Expertenforum - Minijob - aber nach 3 Monaten Beschäftigung beendet und über den 450€

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  • 01
    Minijob - aber nach 3 Monaten Beschäftigung beendet und über den 450€
    Sehr geehrtes Webinarteam.

    Vielen Dank für Ihr interessantes Onlineseminar zum Thema „Minijobs“.
    Wir haben uns noch folgende Frage gestellt, und hoffen dass Sie uns diese bitte beantworten können.
    Sie erklären im Seminar, dass das Zeitjahr und nicht das Kalenderjahr betrachtet werden muss.
    Wenn der Mitarbeiter jedoch pro Monat 550€ verdient für 3 Monate und dann aber nach diesen 3 Monaten ausscheidet - also das Zeitjahr nicht beendet ist und keine weiteren Verdienste anfallen - welche Berechnung nehmen wir dann vor?

    Vielen Dank im Voraus.
  • 02
    RE: Minijob - aber nach 3 Monaten Beschäftigung beendet und über den 450€
    Guten Tag,
     
    die kurzfristige Beschäftigung ist neben den 450-Euro-Jobs die zweite Variante der geringfügigen Beschäftigungen. Dafür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
     
    1. Die Beschäftigung ist auf drei Monate oder auf 70 Arbeitstage im Kalenderjahr im Voraus begrenzt.
    2. Sie darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden, falls das Entgelt über 450 EUR im Monat liegt.
     
    Berufsmäßigkeit liegt vor, wenn eine Beschäftigung nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung für den Arbeitnehmer ist. Die Höhe des Entgelts spielt dabei für die Sozialversicherung keine Rolle, da bei Vorliegen einer kurzfristigen Beschäftigung Versicherungsfreiheit besteht.
     
    Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt 450 Euro übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist.
     
    Da in Ihrem Sachverhalt ein monatliches Entgelt von 550 EUR gezahlt wird, liegt kein Minijob vor. Es ist zu prüfen, ob ggf. eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt. Voraussetzung ist, dass die Beschäftigung nicht länger als drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage im laufenden Jahr dauert. Mehrere Jobs dieser Art während eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet.
     
    Mit dem „Gesetz für den erleichterten Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 (Sozialschutz-Paket)“ vom 27. März 2020 werden die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV) übergangsweise vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen auf fünf Monate oder 115 Arbeitstage angehoben.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
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