Expertenforum - Mehrfachbeschäftigung und freiwillige Krnakenversicherung

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Expertenforum

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  • 01
    Mehrfachbeschäftigung und freiwillige Krnakenversicherung

    Ein Mitarbeiter ist freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert und nimmt jetzt eine Mehrfachbeschäftigung (beim 2. Arbeitgeber) auf, gleichzeitig wird sein Gehalt gekürzt. Das Entgelt des 2. Arbeitgebers ist bekannt.

    Bei der Zusammenrechnung der Entgelte wird die monatliche BBG in der KV/PV überschritten, die monatliche BBG RV/AV ist unterschritten. Die Beiträge für die RV/AV werden von beiden Arbeitgebern in voller Höhe abgerechnet. Wie verhält es sich bei den Beiträgen für die KV/PV?

    Die monatliche BBG für die KV/PV wurde für die einzelnen AG anteilig berechnet ( BBG * Einzelarbeitsentgelt / Gesamtarbeitsentgelt). Werden jetzt die Beiträge für die freiwillige KV/PV

    anhand der ermittelten BBG berechnet? Sozusagen von jedem AG ein Teil, so dass in Summe wieder der Gesamtbeitrag zur freiwilligen KV/PV herauskommt?

  • 02
    RE: Mehrfachbeschäftigung und freiwillige Krnakenversicherung

    Hallo SoWiHe,

    nach Ihrer Schilderung überschreiten die der Mehrfachbeschäftigung erzielten Jahresarbeitsentgelte die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze und ist somit krankenversicherungsfrei und gesetzlich freiwillig kranken- und pflegeversichert.  
    Bestehen innerhalb desselben Zeitraums mehrere Beschäftigungsverhältnisse, sind die beteiligten Arbeitgeber anteilig nach dem Verhältnis der Höhe der jeweiligen Arbeitsentgelte zur Zahlung des Beitragszuschusses verpflichtet.

    Um festzustellen, in welcher Höhe die Arbeitsentgelte der Beitragsbemessung jeweils zugrunde zu legen sind, werden diese Entgelte nach dem Verhältnis ihrer Höhe zueinander so gemindert, dass sie in der Summe die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen. In die Berechnung sind die Arbeitsentgelte aus den jeweiligen Beschäftigungen nicht in unbegrenzter Höhe zu berücksichtigen, sondern nur bis zu dem Betrag der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Arbeitsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bleiben bei der anteilmäßigen Aufteilung unberücksichtigt. In diesem Sinne sind die beitragspflichtigen Einnahmen aus dem jeweiligen Versicherungsverhältnis vor der Verhältnisrechnung auf die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze zu reduzieren.

    Die für die anteilmäßige Aufteilung des Arbeitsentgelts aus dem einzelnen Beschäftigungsverhältnis maßgebende Berechnungsformel lautet demnach:

    Laufendes monatliches Arbeitsentgelt (aus dem einzelnen Beschäftigungsverhältnis, ggf. reduziert auf die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze) multipliziert mit der Beitragsbemessungsgrenze (z.B. Krankenversicherung) geteilt durch Gesamtsumme der (ggf. auf die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze reduzierten) laufenden monatlichen Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungsverhältnissen.

    In der Renten-und Arbeitslosenversicherung erfolgt die Beitragsberechnung nach den allgemein gültigen Regelungen.

    Weitere Informationen mit Rechenbeispielen können Sie den „Gemeinsamen Grundsätzen zur Beitragsberechnung nach § 22 Abs. 2 SGB IV bei Arbeitnehmern mit mehreren versicherungspflichtigen Beschäftigungen“ vom 12.11.2014 entnehmen.

    Den entsprechenden Link finden Sie hier:

    https://www.aok.de/fk/fileadmin/user_upload/sv/rundschreiben/2010-2016/rds_20141112_22Abs2SGBIV.pdf

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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