Expertenforum - Kurzfristige Beschäftigung bei Schulabgängern

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Expertenforum

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  • 01
    Kurzfristige Beschäftigung bei Schulabgängern

    Hallo Expertenteam,


    wir möchten eine Schulabgängerin (Abiturientin) im Rahmen der kurzfristigen Beschäftigung beschäftigen. Wir sind uns bei diesem Sachverhalt unsicher, ob wir sie noch im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung beschäftigen können.


    Uns liegt eine Schulbescheinigung bis 31.07.22 vor, die Zeugnisvergabe findet laut ihr bereits am 15.06.22 statt. Die Schülerin möchte, da ab Mitte Mai kein Unterricht mehr stattfindet, vom 23.05.22 bis 15.06.22 bei uns arbeiten. Im laufenden Kalenderjahr wurde noch keine Beschäftigung ausgeübt.

    Die Schülerin strebt ab August/September ein Duales Studium bei einer anderen Firma an. Dort war sie bereits zu einem Bewerbungsgespräch, hat jedoch noch keine Zusage.

    Ist es möglich, dass wir sie für den oben genannten Zeitraum als kurzfristig Beschäftigte beschäftigen oder ist es nicht möglich, da sie ggf. nicht mehr als Schülerin gilt?


    Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.


    Freundliche Grüße

    L. Heckmann

  • 02
    RE: Kurzfristige Beschäftigung bei Schulabgängern

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Diese Angelegenheit betrifft aus unserer Sicht das Sozialversicherungsrecht. Unsere Sozialversicherungsexperten werden sich hierzu bei Ihnen melden.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

  • 03
    RE: Kurzfristige Beschäftigung bei Schulabgängern

    Guten Tag,
     
    Teilnehmer an dualen Studiengängen sind grundsätzlich in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt. Als solche unterliegen sie damit für die gesamte Dauer des dualen Studiums, das heißt, sowohl während der Praxisphasen als auch während der Studien- bzw. Vorlesungsphasen, der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
     
    Grundsätzlich liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor, wenn die Beschäftigung gelegentlich ausgeübt wird und im Laufe eines Kalenderjahres auf eine Dauer von maximal drei Monaten (90 Kalendertage) oder 70 Arbeitstage begrenzt ist. Eine Beschäftigung ist jedoch nicht kurzfristig, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird und das Entgelt daraus mehr als 450 Euro im Monat beträgt. Eine Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt, wenn sie für den Beschäftigten nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.
     
    Die Schülereigenschaft endet entweder mit einer bestandenen Abschlussprüfung, mit der Schulentlassung oder mit Abbruch der Schulausbildung. Wird ein Abschlusszeugnis erstellt, gilt der Tag der Zeugnisausstellung als Ende der Schulzeit.
     
    Somit könnte in Ihrem Fall eine kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei ausgeübt werden, solange der Schülerstatus nach den vorgenannten Regelungen gegeben ist.
     
    Die Tätigkeit zwischen Schulabschluss und dualem Studium wird allerdings berufsmäßig ausgeübt, sofern das monatliche Arbeitsentgelt 450,00 EUR überschreitet, so dass eine kurzfristige Beschäftigung dann nicht möglich ist.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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