Expertenforum - kurzfristige Beschäftigung

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Expertenforum

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  • 01
    kurzfristige Beschäftigung
    Hallo, können wir eine junge Dame, die nach ihrem Abitur eine Jüngerschaftsschule besucht hat (ohne Entgelt) und im Oktober eine Ausbildung zur Ergotherapeutin beginnt, als kurzfristig Beschäftigte einstellen?
  • 02
    RE: kurzfristige Beschäftigung
    Guten Tag,
     
    eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (aufgrund der Corona-Krise vom 01.03.2020 bis 31.10.2020 auf 5 Monate bzw. 115 Arbeitstage) nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist. Außerdem darf die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Eine Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt, wenn sie für den Beschäftigten nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.
     
    Eine kurzfristige und damit einhergehende sozialversicherungsfreie Tätigkeit zwischen Schulabschluss - auch wenn im Anschluss eine Jüngerschaftsschule besucht wurde - und Ausbildungsbeginn, so wie in Ihrem Sachverhalt beschrieben, ist aufgrund der Berufsmäßigkeit leider nicht möglich.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
  • 03
    RE: kurzfristige Beschäftigung
    Hallo,
    während Ihrer Ausbildung zur Ergotherapeutin bekommt die Dame kein Entgelt, sondern muss ein Schulgeld bezahlen. Ist die Schulische Ausbildung trotzdem als berufsmäßig zu bezeichnen, oder können wir sie als kurzfristig Beschäftigte einstellen?
  • 04
    RE: kurzfristige Beschäftigung
    Guten Tag,
     
    die Information, dass keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird, lag uns nicht vor. Bei den Ergotherapeuten gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen Beruf zu erlernen:
     
    Während der Ausbildung als angehender Ergotherapeut muss man leider auf ein Gehalt verzichten, wenn es sich um eine private Ergotherapie-Schule handelt. In vielen Fällen wird sogar ein monatliches Schulgeld fällig, das von den Auszubildenden getragen werden muss. Es beläuft sich monatlich auf etwa 200 bis 500 Euro. Es besteht Sozialversicherungspflicht zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge werden aus einem fiktiven Arbeitsentgelt (in 2020: 31,85 EUR/West bzw. 30,10 EUR/Ost) berechnet. Für die Kranken- und Pflegeversicherung könnte ein Anspruch auf kostenlose Familienversicherung überprüft werden. Die Fachschulausbildung ist nicht gleichzusetzen mit einer klassischen Ausbildung, so dass Berufsmäßigkeit nicht vorliegt.
     
    Wer seine Ausbildung an einer Schule absolviert, die an ein kommunales Krankenhaus oder eine Uniklinik in öffentlicher Trägerschaft angeschlossen ist, dem steht seit Neuestem ein Ausbildungsgehalt zu und zwar im Schnitt 1.018 Euro monatlich brutto im ersten Ausbildungsjahr, 1.068 Euro im zweiten und 1.114 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das Gehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) beziehungsweise nach dem Tarifvertrag für Auszubildende der Länder (TVAL). Hier wäre ein sozialversicherungspflichtiges Ausbildungsverhältnis anzumelden. In diesem Fall liegt eine Berufsmäßigkeit vor.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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