Expertenforum - Kurzarbeit und Mutterschaftsgeld bzw. Mutterschaftslohn

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Kurzarbeit und Mutterschaftsgeld bzw. Mutterschaftslohn
    Liebes Expertenteam,

    eine Kürzung des Arbeitsentgeltes aufgrund von Kurzarbeit soll nach § 21 Abs. 2 MuschG keine Auswirkungen für die Ermittlung des durchschnittlichen Arbeitsengelts für den Mutterschaftslohn bzw. das Mutterschaftsgeld haben. Für mich stellt sich die Frage, wenn Kurzarbeit im entsprechenden Referenzzeitraum vorgelegen hat, ob die Kurzarbeitsmonate entsprechend ausgeklammert werden, also insofern die letzten 3 Monate Arbeitsentgelt ohne Kurzarbeitsmonate relevant sind oder ob weiterhin die 3 Monate vor Beginn z.B. der Schutzfrist relevant sind, jedoch fingiert wird, die Mitarbeiterin wäre nicht in Kurzarbeit gewesen.

    Beispiel:
    Beginn Mutterschutzfrist: 01.09.2020
    normalerweise Referenzzeitraum für Berechnung des Mutterschaftsgeld: 01.06 - 31.08.2020
    Kurzarbeit seit: 01.07.2020
    wird jetzt der Referenzzeitraum vorverlegt um Kurzarbeitszeiten auszuklammern, also dass der Zeitraum für die Berechnung neu der: 01.04.-30.06.2020 ist
    oder bleibt es beim "alten" Referenzzeitraum vom 01.06. - 31.08.2020, es wird vom Arbeitsentgelt jedoch fingiert, dass es keine Kurzarbeit gegeben hätte?

    Vielen Dank und Viele Grüße
    LuiMari
  • 02
    RE: Kurzarbeit und Mutterschaftsgeld bzw. Mutterschaftslohn
    Hallo LuiMari,
     
    zu den letzten drei abgerechneten Kalendermonaten gehören Monate, für die infolge unverschuldeter Fehlzeiten (z. B. wegen Kurzarbeit) ein entsprechend reduziertes Arbeitsentgelt abgerechnet wurde.
    Als Mutterschaftsgeld wird das um die gesetzlichen Abzüge verminderte durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist nach § 3 Abs. 1 MuSchG gezahlt, höchstens jedoch 13 EUR für den Kalendertag.
    Für die Ermittlung des kalendertäglichen Arbeitsentgelts sind die Vorgaben des § 21 MuSchG zu berücksichtigen (§ 24i Abs. 2 Satz 3 SGB V). Danach bleiben z. B. Kürzungen des Arbeitsentgelts, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit eintreten, unberücksichtigt. Für diese Tage ist daher das ungekürzte Arbeitsentgelt, welches die Versicherte ohne Kurzarbeit erhalten hätte, zugrunde zu legen.
     
    Somit ist in Ihrem Sachverhalt der „alte“ Referenzzeitraum (01.06.-31.08.2020) maßgebend.
     
    Weitere Einzelheiten können Sie dem „Gemeinsamen Rundschreiben vom 06./07.12.2017 in der Fassung vom 04./05.12.2018 zu den Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft“ entnehmen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     
     
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