Expertenforum - Krankengeldbezug in den ersten 28 Tagen nach Eintritt

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  • 01
    Krankengeldbezug in den ersten 28 Tagen nach Eintritt

    Bei uns im Unternehmen ist aufgefallen, dass einige Mitarbeitende schon zu Beginn des Arbeitsverhältnisses erkrankt sind. Bisher haben wir in diesen Fällen keinen Lohnabzug vorgenommen. Diesbezüglich sind einige Fragen aufgekommen, wenn wir dies nun ändern würden.


    Bei neu begründeten Arbeitsverhältnissen entsteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall erst nach vierwöchiger, ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses (Wartezeit). Ein Arbeitnehmer, der in den ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses erkrankt, hat also erst ab Beginn der fünften Woche Anspruch auf die sechswöchige Entgeltfortzahlung.


    Die Geschäftsführung möchte nun wissen, ob sie bei folgenden Personengruppen ein Krankengeld in den ersten 28 Tagen auszahlen würden oder ob hier kein Anspruch besteht.


    • Werkstudenten

    • Privatversicherte

    • Minijobber

    • Mitrabeiter die in eine Festanstellung übernommen werden und zuvor als Werkstundenten angestellt waren

    • Ausländische Mitarbeitende, die vor der Anstellung bei uns z.B. nur in Indien tätig waren und somit bei uns die erste sozialversicherungspflichtige Anstellung in Deutschland aufnehmen



    Vielen Dank schon vorab!


    Freundliche Grüße


    Frau S

     

  • 02
    RE: Krankengeldbezug in den ersten 28 Tagen nach Eintritt

    Guten Tag,
     
    Ihre Frage betrifft den Entgeltfortzahlungsanspruch und somit das Arbeitsrecht.
    Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in diesem Forum zu Fragen des Arbeits- und/oder Privatrechts keine Stellungnahme abgeben können.
    Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen erhalten Sie u. a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) sowie Fachanwälten für Arbeitsrecht- und Privatrecht.
    Grundsätzlich gilt: Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung ergibt sich aus § 3 Abs. 1 EFZG. Diese Regelung findet grds. gleichermaßen Anwendung auf vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, Minijobber und Werksstudenten.
    Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall entsteht erst nach 4-wöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses. Arbeitnehmer, die nach Beginn der Beschäftigung, aber vor Ablauf der 4-wöchigen Wartefrist erkranken, erhalten Krankengeld bis zum Ablauf der Wartezeit (vgl. § 3 EFZG). Ein Arbeitnehmer, der in den ersten 4 Wochen nach der Arbeitsaufnahme erkrankt, hat also erst ab der 5. Woche Anspruch auf 6-wöchige Entgeltfortzahlung.
    Das BAG hat z. B entschieden, dass 2 aufeinander folgende rechtlich selbständige Arbeitsverhältnisse bei demselben Arbeitgeber im Sinne des Entgeltfortzahlungsrechts ausnahmsweise wie ein einheitliches Arbeitsverhältnis behandelt werden können, wenn zwischen diesen Arbeitsverhältnissen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht. Wechselt derselbe Arbeitnehmer bei demselben Arbeitgeber den Status (z. B. vom Auszubildenden zum Gesellen oder vom Arbeiter zum Angestellten), so besteht ein enger sachlicher Zusammenhang und es gibt keine neue Wartezeit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

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