Expertenforum - Krankengeldanspruch in den ersten vier Wochen einer Beschäftigung

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  • 01
    Krankengeldanspruch in den ersten vier Wochen einer Beschäftigung

    Liebes AOK-Expertenteam,

    wir haben seit dem 01.10.2021 einen neuen Mitarbeiter. Dieser war vom 27.09.2021 durchgehend bis zum 31.10.2021 arbeitsunfähig.

    Nach unserem Verständnis, müsste der Mitarbeiter dann vom 01.10.2021 an bis einschl. 28.10.2021 Anspruch auf Krankengeld haben. Ab dem 29.10.2021 erhält er dann Lohnfortzahlung von uns. Für die Zeit vom 27.09.21-30.09.21 Lohnfortzahlung durch den vorherigen Arbeitgeber.

    Die Folgebescheinigung wurde am 04.10.2021 als durchgängige AU ab dem 27.09.2021 ausgestellt.

    Nun wurde uns von einer Mitarbeiterin der AOK Bayern mitgeteilt, der Mitarbeiter hätte für die ersten vier Wochen keinen Anspruch auf Krankengeld. Die Begründung war, dass er ja noch keine Minute gearbeitet hat und von Beginn an arbeitsunfähig war.


    Ist das so richtig? Es kann doch nicht sein, dass er für diese vier Wochen keinerlei Leistungen erhält, nur weil er von Beginn des neuen Beschäftigungsverhältnisses an arbeitsunfähig war.


    Nach unserem Verständnis müsste er auf jeden Fall für die ersten vier Wochen Krankengeld erhalten.


    Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr.


    Mit freundlichen Grüßen

    Kerstin Florek

  • 02
    RE: Krankengeldanspruch in den ersten vier Wochen einer Beschäftigung

    Hallo Frau Florek,

    kann ein Arbeitnehmer seine neue Beschäftigung wegen Arbeitsunfähigkeit nicht aufnehmen, so wird zunächst kein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis begründet. Die Mitgliedschaft bei der Krankenkasse beginnt nach § 186 Abs. 1 SGB V mit dem Tage des Eintritts in das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis. Sie beginnt insofern grundsätzlich mit dem Tag, zu dem das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis begründet wird. Dies ist der Tag, an dem die für die Sozialversicherungspflicht geforderten Voraussetzungen, nämlich das Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses gegen Arbeitsentgelt erfüllt werden.

    Der Eintritt der Versicherungspflicht verschiebt sich somit entweder auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Arbeitsaufnahme nach Beendigung der Arbeitsunfähigkeit bzw. auf den Zeitpunkt, ab dem der Arbeitnehmer erstmals Anspruch auf das Arbeitsentgelt hat.

    Die Anmeldung bei der zuständigen Krankenkasse hat in einem Fall der von Ihnen geschilderten Art entweder mit dem Zeitpunkt der tatsächlichen Arbeitsaufnahme während der ersten 4 Wochen der Beschäftigung oder spätestens mit dem ersten Tag des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung (29. Tag der Beschäftigung) zu erfolgen.

    Tritt die Arbeitsunfähigkeit „vor Aufnahme“ der Beschäftigung bei einem neuen Arbeitgeber ein, so entsteht zu diesem Zeitpunkt aufgrund der fehlenden Versicherungspflicht kein Anspruch auf Krankengeld aus dieser Beschäftigung.

    Es ist jedoch durch die zuständige Krankenkasse (hier: AOK Bayern) zu prüfen, inwiefern aufgrund der vorherigen Beschäftigung noch ein Krankengeldanspruch realisiert werden kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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