Expertenforum - Hinzutritt von Erkrankungen

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Expertenforum

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  • 01
    Hinzutritt von Erkrankungen

    Guten Tag,


    wir haben aktuell folgenden Fall:


    unser Mitarbeiter war vom 06.09.2021-13.09.2021 in stationärer Behandlung.

    Anschließend hat er eine Erstbescheinigung vom 13.09.2021-05.10.2021 (festgestellt am 15.09.2021) bei uns eingereicht.

    Wir haben diese Erstbescheinigung als Hinzutritt bewertet.

    Die zuständige Krankenkasse hat uns allerdings mitgeteilt, dass es sich ab dem 15.09.2021 um eine neue Arbeitsunfähigkeit handeln würde, da der AN zu spät beim Arzt war außerdem habe der Arzt eine Erstbescheinigung ausgestellt.

    Wie bewerten Sie diesen Fall?


    Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung.

  • 02
    RE: Hinzutritt von Erkrankungen

    Sehr geehrte Frau Brützel,

    da uns zur konkreten Beantwortung die notwendigen Unterlagen (AU-Bescheinigungen, Diagnosen, Arztberichte, Krankenhausbericht etc.) Ihres Mitarbeitenden nicht zur Verfügung stehen, bitten wir um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums nur eine allgemeine Stellungnahme zu Ihrem Sachverhalt abgeben können.
     
    Wenn nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) zu einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung mit einer anderen Diagnose „hinzutritt“, handelt es sich um eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit, so dass aufgrund der hinzugetretenen Erkrankung nicht erneut für 6 Wochen Entgeltfortzahlung zu leisten ist (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 2.2.1994).
     
    Nur dann, wenn zwei voneinander völlig unabhängige (in ihrer Ursache und zeitlichen Abfolge deutlich getrennte) Arbeitsunfähigkeitsfälle vorliegen, beginnt mit dem 2. Fall ein neuer, wiederum 6 Wochen umfassender Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
     
    Zusammenfassend gilt Folgendes: Selbstständige Verhinderungstatbestände bestehen, wenn der Arbeitnehmer zwischen den beiden Erkrankungen arbeitsfähig war und gearbeitet hat oder nur deswegen nicht arbeiten konnte, weil die Zeit der Arbeitsfähigkeit (u.U. nur wenige Stunden) außerhalb der Arbeitszeit lag.
     
    Letztlich kann Ihre Frage nur die zuständige Krankenkasse anhand der dort vorliegenden Unterlagen verbindlich beantworten. Wir empfehlen, sich erneut mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um mit dieser den Sachverhalt abschließend zu klären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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