Expertenforum - GfB mit schwankendem Arbeitsentgelt

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  • 01
    GfB mit schwankendem Arbeitsentgelt

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    wir haben folgende Fragestellung:


    Wir beschäftigen auch GfB-Mitarbeiter mit schwankendem Arbeitsgelt. Es kann durchaus mal vorkommen, dass ein GfB-Mitarbeiter in einem Monat kein Arbeitsentgelt bekommt, dafür im nächsten Monat ein Entgelt über 450 Euro.


    Meine Frage: Sind für die Prüfung, ob der Mitarbeiter im Kalenderjahr ein Entgelt unter 5.400 Euro bekommen hat, auch diejenigen Monate mit einzubeziehen, in denen der Mitarbeiter kein Arbeitsentgelt bekommen hat?


    Beispiel:

    Vom 01.01.21 bis 31.12.21 hat der Mitarbeiter ein Arbeitsentgelt von 5.000 Euro verdient. In diesen 12 Monaten waren zwei Monate ohne Arbeitsentgelt (da der Mitarbeiter in diesen beiden Monaten nicht gebraucht wurde). Handelt es sich hier immer noch um eine geringfügige Beschäftigung?

    Es wäre nett wenn Sie mir die Quelle angeben könnten, wo ich das nachlesen kann.

    Vielen Dank.

  • 02
    RE: GfB mit schwankendem Arbeitsentgelt

    Guten Tag,
     
    bei unvorhersehbar schwankender Höhe des Arbeitsentgelts und in den Fällen, in denen im Rahmen einer Dauerbeschäftigung saisonbedingt vorhersehbar unterschiedliche Arbeitsentgelte erzielt werden, ist zur Beurteilung einer geringfügigen Beschäftigung der regelmäßige Betrag durch Schätzung bzw. durch eine Durchschnittsberechnung zu ermitteln. Im Rahmen der Schätzung ist es auch zulässig, wenn Arbeitgeber bei ihrer Jahresprognose allein die Einhaltung der jährlichen Geringfügigkeitsgrenze von 5.400 Euro unterstellen, ohne die Arbeitseinsätze und damit die zu erwartenden Arbeitsentgelte für die einzelnen Monate im Vorfeld festzulegen (Punkt 2.2.1.2 der Geringfügigkeitsrichtlinien).
     
    Bei einer zu beurteilenden Dauerbeschäftigung, sind hier alle Monate, auch die ohne Entgeltzahlung, zu berücksichtigen.
     
    Abzugrenzen davon sind Beschäftigungsverhältnisse bei einem Arbeitgeber, die durch mehrere Monate unterbrochen werden. Hier ist jeweils zur Beurteilung auf die einzelnen Beschäftigungsverhältnisse abzustellen. Beispiel: Liegt die zweimonatige Unterbrechung vom 01.07.-31.08., muss die Beschäftigung zum 31.07. mit Grund 34 abgemeldet und erst zum 01.09. wieder angemeldet werden. Die Beschäftigung im sozialversicherungsrechtlichen Sinne würde also nur 11 Monate des Jahres dauern, sodass hier nicht die volle Grenze von 5.400 EUR ausgenutzt werden könnte.
     
    In dem von Ihnen geschilderten Beispiel handelt es sich in der Annahme eines Dauerbeschäftigungsverhältnisses um eine geringfügige Beschäftigung, sofern die zwei entgeltlosen Monate nicht wie in dem Beispiel direkt hintereinander liegen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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