Expertenforum - Geringfügig entlohnte Beschäftigung

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  • 01
    Geringfügig entlohnte Beschäftigung
    Sehr geehretes Expertenteam,

    zum Thema Geringfügig entlohnte Beschäftigung habe ich die Frage, ob die monatliche Grenze in der Höhe von 450 € auch gilt, wenn ein Arbeitnehmer mehrmals im Monat für einen Tag beschäftigt wird? Der Mitarbeiter bekommt demnach für einzelne Tage im Monat einen Arbeitsvertrag. Wenn die Summe des Sv-Bruttos der einzelnen Einsätze im Monat die 450€ Grenze nicht überschreitet, kann er in diesem Fall als 450 €-Kraft abgerechnet werden?

    Desweitern habe ich noch eine Frage zur kurzfristigen Beschäftigung. Wenn ein Mitarbeiter, wie bereits oben beschrieben, mehrmals im Monat für einzelne Tage arbeitet und auch nur für diese einzelne Tage einen Arbeitsvertrag erhält und im Jahr die Grenze der 70 Arbeitstage nicht übersteigt und die Beschäftigung auch nicht berufsmäßig ausgeübt wird, kann dieser Mitarbeiter als kurzfristig Beschäftigter abgerechnet werden? Oder gilt diese Beschäftigung bereits als regelmäßig und eine kurzfristige Beschäftigung kommt deshalb nicht in Betracht?

    Mit freundlichen Grüßen
  • 02
    RE: Geringfügig entlohnte Beschäftigung
    Hallo Claudia84,
     
    bei der Arbeitsentgeltgrenze von 450,00 € handelt es sich um einen Monatswert, der auch dann gilt, wenn die Beschäftigung nicht während des gesamten Kalendermonats besteht.
    Ein „Herunterrechnen“ auf die tatsächlichen Beschäftigungstage hat nicht zu erfolgen.
    Dies bedeutet, dass unabhängig davon, ob ein Arbeitnehmer mehrere Tage zusammenhängend oder an einzelnen Tagen innerhalb eines Monats verteilt arbeitet, die 450,00 €-Grenze zu beachten ist.
     
    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist.
    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt auch dann vor, wenn sie nicht regelmäßig, sondern
    gelegentlich ausgeübt wird. Hierzu gehören auch Beschäftigungen, die z.B. durch eine längstens für ein Jahr befristete Rahmenvereinbarung mit Arbeitseinsätzen
    von maximal 70 Arbeitstagen befristet sind. Dabei hat der Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit zu dokumentieren.
     
    Sofern in Ihrem Fall die 70 Arbeitstage innerhalb des Kalenderjahres 2021 nicht überschritten werden und Berufsmäßigkeit nicht vorliegt, ist eine kurzfristige Beschäftigung grds. möglich.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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