Expertenforum - Fremdgeschäftsführerin als GFB

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Expertenforum

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  • 01
    Fremdgeschäftsführerin als GFB

    Hallo,

    ist eine Beschäftigung als GFB möglich, insbesondere auf 2% Pauschalierung? :


    Angestellte Fremdgeschäftsführerin, keine Anteile an der GmbH. Im Vertrag ist auch ausdrücklich geregelt, das alle Geschäfte und Handlungen einer ausdrücklichen vorherigen Zustimmung eines anderen Geschäftsführers bedürfen.


    Lieben Dank.

  • 02
    RE: Fremdgeschäftsführerin als GFB

    Guten Tag,
     
    Geschäftsführer, die nicht Gesellschafter (Fremdgeschäftsführer) sind, werden aufgrund eines mit der GmbH abgeschlossenen Dienstvertrags in einem fremden Betrieb tätig. Solche Fremdgeschäftsführer gehören als leitende Angestellte zu den Beschäftigten. Das gilt selbst, wenn sie in ihrer Tätigkeit weitgehend weisungsfrei sind oder dem Direktionsrecht der/des Gesellschafter(s) nur eingeschränkt unterliegen. Die nach dem Gesellschaftsrecht durch die Gesellschafter ausgeübte Überwachung führt bereits grundsätzlich zu einer abhängigen Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung. Fremdgeschäftsführer üben daher ganz regelmäßig eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus, sofern das Arbeitsentgelt 450 EUR im Monat übersteigt, auch wenn sie Arbeitgeberfunktionen wahrnehmen. 
     
    Wir unterstellen in unserer Antwort, dass die Fremdgeschäftsführerin der GmbH im Rahmen eines abhängigen Beschäftigungsverhältnis tätig ist.
    Insofern sind die allgemeinen Regelungen für geringfügig Beschäftigte anwendbar. Auch Mitarbeitende in Führungspositionen können geringfügig entlohnt beschäftigt sein.
     
    Zielt Ihre Frage auf eine weitere geringfügig entlohnte Beschäftigung, neben der Geschäftsführertätigkeit bei demselben Arbeitgeber, so ist dies nicht möglich.
    Mehrere Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber werden versicherungsrechtlich als eine Einheit betrachtet. Dabei ist auf den in der Sozialversicherung verwendeten Begriff des Arbeitgebers abzustellen, der einen eigenständigen Inhalt hat. Für die Feststellung, ob ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis vorliegt, ist demnach allein zu prüfen, ob Arbeitgeberidentität besteht. Die Art der jeweils ausgeübten Beschäftigung ist dabei unbedeutend; es ist also nicht erforderlich, dass bei einem Arbeitgeber gleiche oder funktionsverwandteTätigkeiten ausgeübt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Freundliche Grüße

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