Expertenforum - Freiwilliges Praktikum als kurzfristige Beschäftigung und Anschlussbeschäftigung

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  • 01
    Freiwilliges Praktikum als kurzfristige Beschäftigung und Anschlussbeschäftigung
    Sehr geehrte Experten,

    im Zeitraum vom 1. April 2020 bis zum 30. Juni 2020 leistet ein Student ein freiwilliges Praktikum ab (PGS 110, BGS 0000). Der Praktikumsvertrag sieht einen Umfang von 39 Wochenstunden und eine Vergütung in Höhe von 600 Euro monatlich vor. Es wurde ein ordentlicher, schriftlicher Praktikumsvertrag geschlossen. Am 3. Juni 2020 zeichnet der Student mit demselben Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag, Arbeitsbeginn 1. Juli 2020 (direkt im Anschluss an das Praktikum), Wochenarbeitszeit 8 Stunden, Vergütung 450 Euro monatlich, Dauer unbefristet. Das Arbeitsverhältnis soll als Minijob abgerechnet werden. Frage: Endet die kurzfristige Beschäftigung bereits mit Zeichnung des Arbeitsvertrages (dann wäre wohl für den Zeitraum 3. Juni bis 30. Juni BGS 1111 zu schlüsseln, da Werkstudentengrenze von 20h überschritten) oder kann die kurzfristige Beschäftigung für das Praktikum bis 30. Juni 2020 planmäßig bestehen bleiben, weil bei der Vereinbarung des Praktikums nicht absehbar war, dass eine Anschlussbeschäftigung folgt und die Anschlussbeschäftigung sich von der Wesensart (Arbeitsverhältnis statt Praktikum) und von der Arbeitszeit und Vergütung grundlegend vom Praktikum unterscheiden?

    Besten Dank für Ihre Einschätzung

    RudiRatlos
  • 02
    RE: Freiwilliges Praktikum als kurzfristige Beschäftigung und Anschlussbeschäftigung
    Guten Tag,
     
    eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (aufgrund der Corona-Krise vom 01.03.2020 bis 31.10.2020 auf 5 Monate bzw. 115 Arbeitstage) nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist. Außerdem darf die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden.
     
    Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums ohne Einsicht in die vertragliche Gestaltung eine verbindliche Beurteilung nicht vornehmen können. Wir empfehlen Ihnen, die zuständige Einzugsstelle zu kontaktieren.
     
    Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung ist es grds. möglich, direkt im Anschluss an einer kurzfristigen Beschäftigung eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bei dem gleichen Arbeitgeber durchzuführen.
    Allerdings muss hier die kurzfristige Beschäftigung im Vorfeld befristet mit Beginn und Ende vertraglich vereinbart worden sein. Ebenso sollten die Verträge über die kurzfristige und geringfügig entlohnte Beschäftigung nicht am gleichen Tag vereinbart worden sein.

    Wir empfehlen Ihnen die Unterlagen in der Personalakte zu hinterlegen, damit bei einer möglichen Betriebsprüfung alle Unterlagen vorhanden sind.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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