Expertenforum - Freiwillig Versicherter in einer gesetzlicher Krankenkasse und Kurzarbeitergeld - Beitragsreduzierung möglich?

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  • 01
    Freiwillig Versicherter in einer gesetzlicher Krankenkasse und Kurzarbeitergeld - Beitragsreduzierung möglich?
    Ein freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse Versicherter ist in 60 % Kurzarbeit.

    Unter welchen Bedingungen kann dieser Mitarbeiter bei seiner gesetzlichen Krankenkasse während seiner Kurzarbeit beantragen, dass sein monatlicher KV u. PV Beitragsanteil (also der Betrag der sich ergibt, wenn vom Monatsbeitrag der AG-Zuschuss abgezogen wird) nur auf der Basis seines tatsächlichen sv-pflichtigen Entgeltes (also wie bei einem Pflichtversicherten) ermittelt wird?

    Gilt eventuell in diesem Zusammenhang grundsätzlich eine Kalender-Jahresbetrachtung (also nur, wenn das Jahresentgelt für 2020 unterhalb der KV-Jahres-BBG liegt, kann der AN eine Beitragsreduzierung beantragen)?
  • 02
    RE: Freiwillig Versicherter in einer gesetzlicher Krankenkasse und Kurzarbeitergeld - Beitragsreduzierung möglich?
    Hallo Hilde,
     
    wir bitten um Verständnis, dass wir zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder nur eine grundsätzliche Information geben können.
    Die Beitragsbemessung „freiwilliger Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung“ ist in den einheitlichen Grundsätzen des GKV-Spitzenverbandes geregelt. Danach werden die Beiträge nach den beitragspflichtigen Einnahmen des Mitglieds bemessen. Hierbei ist die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds zu berücksichtigen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird bestimmt durch alle Einnahmen und Geldmittel, die sie zum Lebensunterhalt verbraucht oder verbrauchen könnten.
     
    Für die wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfreien
    Arbeitnehmer tritt bei einem wegen Kurzarbeit bedingten Arbeits- und Entgeltausfall keine Krankenversicherungspflicht ein, weil in diesen Fällen die Jahresarbeitsentgeltgrenze nur „vorübergehend“ unterschritten wird.
    Da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in dieser Zeit entsprechend gemindert
    ist, kann eine weiterhin am Höchstbeitrag ausgerichtete Beitragsbemessung
    in Einzelfällen zu sozialen Härten führen.
    Bei der Bemessung der Beiträge der nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V versicherungsfreien
    Arbeitnehmer, die Kurzarbeitergeld beziehen, sind auf Antrag des Mitglieds mindestens die Einnahmen zu berücksichtigen, die bei einem vergleichbaren versicherungspflichtig Beschäftigten der Beitragsbemessung zugrunde zu legen sind.
    Neben dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt sind daher 80 v. H. des Unterschiedsbetrages zwischen dem Sollentgelt und dem Istentgelt für die Beitragsberechnung zu berücksichtigen.
     
    Zur Frage der genauen Beitragseinstufung zur freiwilligen Krankenversicherung kann nur die jeweils zuständige Krankenkasse Auskunft geben.
    Deshalb empfehlen wir der jeweils betroffenen Person, sich zur Abklärung der genauen Beitragshöhe mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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