Expertenforum - Familienversicherung

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Expertenforum

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  • 01
    Familienversicherung

    Ich hätte eine Frage zur Familienversicherung.


    Ich habe eine Mandantin die im Jahr 2019 die Grenze der Familienversicherung überschritten hat. In der Jahren 2020 und 2021 ist sie jedoch wieder darunter.


    Muss man für 2019 rückwirkend Beiträge bezahlen und kommt ab 2020 wieder in die Familienversicherung? Oder gibt es eine Überganglösung wenn nur ein Jahr überschritten ist?


     

  • 02
    RE: Familienversicherung

    Guten Tag,
     
    nach § 10 SGB V können in der Familienversicherung u.a. die Ehegatten von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden, wenn diese Familienangehörigen kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV (2022: 470,00 Euro) überschreitet. Die Familienversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung ist ausgeschlossen, wenn das Gesamteinkommen überschritten wird. Entscheidend sind die Einkünfte des Familienangehörigen für den die Familienversicherung durchgeführt werden soll.

    Bei der Prüfung der Frage, ob die für die Durchführung der Familienversicherung maßgebende Gesamteinkommensgrenze überschritten wird, ist das regelmäßig im Monat erzielte bzw. zufließende Gesamteinkommen zu berücksichtigen. Als Gesamteinkommen werden die Summe aller Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts definiert. Dabei kann es sich z.B. um Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen oder auch um Arbeitsentgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung handeln.
     
    Verfügen Familienangehörige über ein Gesamteinkommen, das regelmäßig im Monat 1/7 der monatlichen Bezugsgröße (2022: 470,00 Euro) überschreitet, unterstellt der Gesetzgeber, dass bei diesen Personen kein Schutzbedürfnis vorliegt. Deshalb ist eine Familienversicherung in diesen Fällen ausgeschlossen.
     
    Ist das Gesamteinkommen für eine Familienversicherung also zu hoch, ist eine Familienversicherung nicht mehr möglich und der Familienangehörige muss sich selbst versichern. Bei einer freiwilligen Versicherung sind Beiträge zu entrichten. Eine Übergangslösung gibt es dabei nicht. Sofern die Voraussetzungen dann wieder vorliegen, könnte eine Familienversicherung erneut durchgeführt werden.
     
    Wir empfehlen Ihnen Kontakt zu der Krankenkasse aufzunehmen, bei der Ihre Mandantin gesetzlich versichert ist und dort die Fortführung der Familienversicherung zu beantragen. Auf einem Familienfragebogen sind die Daten und alle Einkünfte anzugeben. Für die Einkünfte sind Einkommensnachweise erforderlich. Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums, ohne konkrete Daten und ohne die Unterlagen einsehen zu können, keine Aussagen treffen können, ob die Voraussetzungen einer kostenfreien Familienversicherung in Ihrem Sachverhalt erfüllt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

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