Expertenforum - Erstattung Kosten Leichenschmaus

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Erstattung Kosten Leichenschmaus

    Liebes AOK-Forum,


    ein Mitarbeiter von uns ist verstorben und wir, als Arbeitgeber, möchten uns gerne in Höhe von 500,00 Euro am Leichenschmaus beteiligen.


    Wie ist eine solche Zahlung steuer- und sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen? Ist es hier möglich die Kostenerstattung mit 30% pauschaler Lohnsteuer abzurechnen? Eine Abrechnung als geldwerter Vorteil über die Erben ist NICHT gewollt.


    Vielen Dank vorab für Ihre Einschätzung.


    Freundliche Grüße

    PayrollTeam

     

  • 02
    RE: Erstattung Kosten Leichenschmaus

    Sehr geehrter Fragesteller,


    sozialversicherungsrechtlich handelt es sich bei der Zahlung nicht um beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, weil der Gegenleistungscharakter fehlt. Lohnsteuerlich ist demgegenüber der Vorgang grundsätzlich relevant. Zwar wird mit dem Betrag keine Arbeitsleistung vergütet, sie fließt aber - bei Ausgestaltung als Zuschuss an die Erben - den Rechtsnachfolgern des Arbeitnehmers "aus dem Dienstverhältnis zu" (§ 2 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Nr. 2 LStDV).


    Lohnsteuerlich kommt bei Beträgen bis maximal EUR 600 Steuerfreiheit in Betracht, wenn die Voraussetzungen nach LStR 3.11 Abs. 2 eingehalten werden. (Bei Unternehmen, die bis max. 4 Arbeitnehmer beschäftigen, bestehen gemäß Satz 3 keine weiteren Anforderungen. Bei anderen Unternehmen sind die Voraussetzungen nach Satz 2 [hier eventuell relevant: Ziff. 3] zu prüfen.)


    § 37 b EStG (pauschal besteuerter Vorteil unter Steuerbelastung des Arbeitgebers) kommt demgegenüber nicht in Betracht, weil es sich bei der dargestellten Situation um eine Zuwendung "in Geld" handelt. (Gemäß § 8 Abs. 1 Satz 2 EStG gehören zu den Einnahmen in Geld "auch zweckgebundene Geldleistungen ... und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten".) Die Pausch-Besteuerung wäre nur erreichbar, wenn der Arbeitgeber Sachleistungen zuwendet, z.B. für einen abgrenzbaren Teil des Leichenschmauses (Getränke o. ä.) einen eigenen Vertrag mit der Gastronomie abschließt und diese Sachzuwendung den Hinterbliebenen erbringt.


    Die Einholung einer Anrufungsauskunft nach § 42 e EStG ist zu empfehlen, um die Handhabung beim zuständigen Finanzamt abzusichern.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte für Steuerrecht

     

    Themenbereich:
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.