Expertenforum - Entsendung in EU-Ausland - Homeoffice

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

  • 01
    Entsendung in EU-Ausland - Homeoffice
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ein Mitarbeiter
    - Wohnsitz in DE - Arbeitgeber und Beschäftigungsort DE
    macht in Spanien bei seiner Familie Urlaub (3 Wochen).
    Anschließend möchte er 6 Wochen von Spanien aus im "Homeoffice" arbeiten.
    Wir stimmen diesem grundsätzlich zu.
    Frage: Bleibt der Arbeitnehmer weiterhin in DE sozialversichert. Müssen wir eine Entsendung beantragen?

    Danke für Ihre Antwort!

    Freundliche Grüße
    K. Paul
  • 02
    RE: Entsendung in EU-Ausland - Homeoffice
    Hallo LohnPaul,
     
    aktuell kommt es vermehrt zu Anfragen, inwieweit von einer Entsendung ausgegangen werden kann, wenn die Initiative für den Auslandsaufenthalt von der beschäftigten Person und nicht, wie sonst üblich, vom Arbeitgeber ausgeht. Die Motive für eine Tätigkeit während eines Auslandsaufenthalts können vielfältig sein.
    Dies kann der verlängerte Urlaub sein oder die Notwendigkeit, für einen begrenzten Zeitraum die Betreuung eines Familienangehörigen in einem Staat der EU, des EWR, der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich (Mitgliedstaat) sicherzustellen. Allen gemein ist der Wunsch der beschäftigten Person, sich vorübergehend im anderen Mitgliedstaat aufzuhalten und während dieser Zeit weiterhin für den Arbeitgeber in Deutschland zu arbeiten.
     
    Grundsätzlich unterliegt eine Person, die eine Beschäftigung innerhalb eines Mitgliedstaates ausübt, den Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit des Beschäftigungsstaates (Territorialitätsprinzip).
    Abweichende Regelungen gelten unter anderem für eine Person, die im Rahmen eines in Deutschland bestehenden Beschäftigungsverhältnisses zeitlich befristet in einen anderen Mitgliedstaat entsendet wird.
     
    Wird eine Person in einem anderen Mitgliedstaat eingesetzt und liegen die Voraussetzungen für eine Entsendung vor, schließt die Tatsache, dass die Tätigkeit im Ausland aufgrund der Initiative der beschäftigten Person erfolgt, nach momentaner Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes eine Entsendung nicht aus.
    Es ist zwar für eine Entsendung unerlässlich, dass die beschäftigte Person weiterhin dem Direktionsrecht des deutschen Arbeitgebers unterliegt. Dies ist jedoch nach der Rechtsauffassung des GKV-Spitzenverbandes jedoch gegeben, wenn der Arbeitgeber mit der vorübergehenden Auslandstätigkeit einverstanden ist, er die von seiner Mitarbeiterin bzw. seinem Mitarbeiter erbrachte Leistung entgegennimmt und er sie durch Fortzahlung des vereinbarten Gehalts vergütet.
    Sofern sich eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer vorübergehend in einem anderen Mitgliedstaat aufhält und dort einer Beschäftigung für den deutschen Arbeitgeber im Home Office oder im Rahmen der mobilen Arbeit nachgeht, kann nach Auffassung des Spitzenverbandes eine Entsendung unter Berücksichtigung der vorgegebenen Rahmenbedingungen in Betracht kommen.
     
    In Ihrem Sachverhalt wäre dementsprechend nach unserem Verständnis bei der zuständigen Krankenkasse eine A1-Bescheinigung (Entsendung) zu beantragen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.