Expertenforum - Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Krankengeld bei Erkrankung des Kindes bei einem gewerblichen Arbeitnehmer

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  • 01
    Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Krankengeld bei Erkrankung des Kindes bei einem gewerblichen Arbeitnehmer

    Guten Tag,

    es geht mir um die Berechnung des ausgefallenen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts für den Zeitraum der nicht bezahlten Freistellung (s. o.). Sind nur die variablen Entgeltbestandteile zu berücksichtigen, die regelmäßig bezahlt werden? Ein gewerblicher Arbeitnehmer hat in den drei abgerechneten Monaten vor der nicht bezahlten Freistellung eine einmalige monatliche Zulage für Bauleitung erhalten. Außerdem hat er sich (ausnahmsweise) in zwei von drei Monaten die im lfd. Monat angefallenen Überstunden auszahlen lassen (keine Ansammlung von Abbummelstunden gem. Vereinbarung). Kann ich beide variablen Entgeltbestandteile mit berücksichtigen? Ist es richtig, dass die Direktversicherung gar nicht berücksichtigt wird?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe und beste Grüße.

    Tom

  • 02
    RE: Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Krankengeld bei Erkrankung des Kindes bei einem gewerblichen Arbeitnehmer

    Hallo Tom,
     
    Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse haben Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld, häufig auch als Kinderkrankengeld bezeichnet, wenn sie nach ärztlicher Feststellung zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben. Voraussetzung ist ferner, dass eine andere im Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann. Außerdem darf das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder muss eine Behinderung haben und auf Hilfe angewiesen sein.
     
    Für die Berechnung des Kinderkrankengeldes ist auf das während des Freistellungszeitraums ausgefallene laufende, dem Grunde nach beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (ohne Begrenzung auf eine Beitragsbemessungsgrenze) abzustellen.
    Dabei ist zu beachten, dass sozialversicherungsfreie Entgeltumwandlungen kein Bestandteil des SV-Bruttoentgelts darstellen.
     
    Darüber hinaus ist grundsätzlich auch das während des Freistellungszeitraums ausgefallene laufende Nettoarbeitsentgelt anzugeben.
    Das kalendertägliche Krankengeld bei Erkrankung des Kindes beträgt 90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt (sozialversicherungspflichtiges Bruttoarbeitsentgelt).
     
    Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt ist nicht als ausgefallenes Arbeitsentgelt zu berücksichtigen. Sofern allerdings dem Grunde nach beitragspflichtige Einmalzahlungen in den letzten zwölf Kalendermonaten vor der Freistellung gezahlt wurden, beträgt das Bruttokrankengeld ungeachtet der Höhe der Einmalzahlung 100 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Das Krankengeld bei Erkrankung des Kindes darf 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze nicht überschreiten.
    Hierfür hat der Arbeitgeber für den nicht bezahlt freigestellten Zeitraum das tatsächlich ausgefallene Arbeitsentgelt im Rahmen des Verfahrens „Datenaustausch Entgeltersatzleistungen nach § 107 SGB IV“ an die Krankenkasse zu übermitteln.
     
    Nähere Einzelheiten zur Berechnung des Kinderpflegekrankengeldes können Sie dem
    „Gemeinsamen Rundschreiben vom 06./07.12.2017 in der Fassung vom 23.03.2022 zum Krankengeld bei Erkrankung des Kindes gemäß §45 SGBV und zum Kinderverletztengeld gemäß §45 Abs.4 SGBVII“ mit zahlreichen Berechnungsbeispielen entnehmen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Krankengeld bei Erkrankung des Kindes bei einem gewerblichen Arbeitnehmer

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort und den Hinweis auf das ausführliche Rundschreiben.

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