Expertenforum - elektronische Rückmeldung der Bundesknappschaft kurzfristiger Beschäftigungen ab 01.01.2022

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  • 01
    elektronische Rückmeldung der Bundesknappschaft kurzfristiger Beschäftigungen ab 01.01.2022

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    seit 01.01.2022 gibt es das neue Rückmeldeverfahren der Bundesknappschaft.


    Bitte bestätigen Sie mir, ob nachfolgende Fallkonstellationen richtig beurteilt wurden:


    Bei allen Fällen wurden bei Beschäftigungsbeginn schriftlich Vorbeschäftigungen abgefragt.


    1.Fall: Bundesknappschaft meldet über das Verfahren zurück, dass keine kurzfristige Beschäftigungen vorlagen (unabhängig davon, ob der kurzfristig Beschäftigte noch beschäftigt ist oder nicht)

    -> kein to do für den Arbeitgeber (lediglich Aufbewahrung der Rückmeldung)


    2. Fall: Bundesknappschaft meldet über das Verfahren zurück, dass kurzfristige Beschäftigungen vorlagen und der Mitarbeiter ist zum Zeitpunkt der Rückmeldung bereits ausgetreten

    -> Arbeitgeber hat kein to do, egal ob der Mitarbeiter die Vorbeschäftigungen angegeben hatte oder nicht (lediglich Aufbewahrung der Rückmeldung)


    3. Fall: Bundesknappschaft meldet über das Verfahren zurück, dass kurzfristige Beschäftigungen vorlagen und der Mitarbeiter ist zum Zeitpunkt der Rückmeldung noch beschäftigt

    -> Überprüfung, was Mitarbeiter bei der schriftlichen Befragung zu den Vorbeschäftigungen angegeben hatte. Falls der Mitarbeiter die Vorbeschäftigungen bei der schriftlichen Abfrage verneint hat, tritt Versicherungspflicht/ggf. Minijob ab dem Tag der elektronischen Rückmeldung der Bundesknappschaft ein (auch hier muss die Rückmeldung aufbewahrt werden)


    Vielen Dank.

  • 02
    RE: elektronische Rückmeldung der Bundesknappschaft kurzfristiger Beschäftigungen ab 01.01.2022

    Guten Tag,
     
    bei kurzfristigen Beschäftigungen teilt die Einzugs­stelle – in der Regel die Minijob-Zentrale – ab    1. Januar 2022 mit, ob anrechenbare Beschäfti­gungen im vorausgehenden Zeitraum des gleichen Kalenderjahres bestehen oder bestanden haben. Diese Reaktion auf die verarbeitete Anmeldung für den kurzfristig Beschäftigten erfolgt unverzüglich und per Datenübertragung (also elektronisch).
     
    Das neue ergänzende Verfahren erhöht die Sicherheit für die Arbeitgeber. Bis zu dieser Neuregelung war der Arbeitgeber zunächst allein auf die Angaben seines Beschäftigten angewiesen. Die Pflicht des Beschäf­tigten, gegenüber dem Arbeitgeber entsprechende Angaben zu machen, besteht im Übrigen unverändert weiter. Natürlich soll auch weiterhin in den Unter­nehmen vor der Anmeldung eine vollständige und korrekte Beurteilung des Versicherungsverhältnisses aufgrund der Angaben des Beschäftigten erfolgen.
     
    Die Minijob-Zentrale meldet bei der Rückmeldung das Bestehen einer kurzfristigen Beschäftigung im laufenden Kalenderjahr. Dadurch kann der so infor­mierte Arbeitgeber des aktuell aufgenommenen Mini­jobs nochmals prüfen, ob die vorgenommene Bewer­tung als kurzfristige Beschäftigung korrekt war.
     
    Bei der Prüfung, ob die Zeiträume von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen überschritten werden, sind die Zeiten mehrerer aufeinanderfolgender kurzfristiger Beschäftigungen zusammenzurechnen. Es ist jeweils bei Beginn einer neuen Beschäftigung zu prüfen, ob diese zusammen mit den schon im laufenden Kalenderjahr ausgeübten kurzfristigen Beschäftigungen die maßgebenden Zeitgrenzen überschreitet.
     
    Eine Beschäftigung ist versicherungspflichtig in der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, wenn zu ihrem Beginn feststeht, dass sie zusammen mit den im laufenden Kalenderjahr bereits verrichteten Beschäftigungen die Zeitdauer von drei Monaten (90 Kalendertagen) oder 70 Arbeitstagen überschreitet. Versicherungspflicht tritt nicht erst mit dem Tag der elektronischen Rückmeldung der Minijob-Zentrale ein.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: elektronische Rückmeldung der Bundesknappschaft kurzfristiger Beschäftigungen ab 01.01.2022

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung.

    Können Sie bitte noch näher auf meine Fallkonstellationen eingehen?

    Wenn ich das richtig verstanden habe, muss nur vom Arbeitgeber die bereits vorgenommene SV-Beurteilung überprüft werden sobald die Bundesknappschaft bereits im Kalenderjahr vorliegende kurzfristige Beschäftigungen zurückmeldet.


    Vielen Dank.

  • 04
    RE: elektronische Rückmeldung der Bundesknappschaft kurzfristiger Beschäftigungen ab 01.01.2022

    Guten Tag,
     
    für den Fall, dass nicht alle kurzfristigen Beschäftigungen eines Minijobbers dem Arbeitgeber bekannt sind, gibt es seit Anfang des Jahres die zusätzliche Überprüfung. Das neue ergänzende Verfahren erhöht die Sicherheit für Arbeitgeber. Bis zu dieser Neuregelung war der Arbeitgeber zunächst allein auf die Angaben seines Beschäftigten angewiesen. Natürlich soll weiterhin vor der Anmeldung eine vollständige und korrekte Beurteilung des Versicherungsverhältnisses aufgrund der Angaben der Beschäftigen erfolgen.
     
    Wir stimmen Ihnen zu, der Arbeitgeber hat zu Beginn der Beschäftigung die Überprüfung des Versicherungsstatus anhand aller vorliegenden Unterlagen und Aussagen des Beschäftigten vorzunehmen. Eine erneute Überprüfung fällt bei jeder Änderung im Beschäftigungsverhältnis sowie seit Anfang des Jahres bei einer Rückmeldung durch die Minijob-Zentrale an, es sei denn die Minijob-Zentrale meldet zurück, dass keine anrechenbaren Vorbeschäftigungen bekannt sind.
     
    Die Reaktion auf die verarbeitete Anmeldung für den kurzfristig Beschäftigten erfolgt unverzüglich und wird elektronisch übermittelt (§ 13 Abs. 2 DEÜV in der Fassung ab 01.01.2022).
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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