Expertenforum - elektronisch unterstützte Betriebsprüfung

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Expertenforum

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  • 01
    elektronisch unterstützte Betriebsprüfung

    Hallo,

    bzgl. der euBP stellen sich mir noch zwei Kernfragen:

    1. Seit 01.01.2022 besteht die Pflicht zur Führung der Entgeltunterlagen in elektronischer Form. Ist ein einfacher Scan im pdf-Format dafür ausreichend oder muss es ein bestimmtes elektronisch verarbeitbares Format sein?

    2. In unserem Unternehmen sind das Abrechnungsprogramm und das ERP-System mit den Fibu-Daten zwei separate Programme. Ist die Einbindung der Buchhaltungsdaten aus dem ERP-System zwingend erforderlich für die euBP, oder wäre es ausreichend wenn lediglich die Lohndaten aus dem Abrechnungsprogramm über die erforderliche Schnittstelle verfügen und die Fibu-Daten weiterhin auf altem Wege geprüft würden? Besteht für die Buchhaltung eine Art verlängerter Übergangsfrist, bis die euBP verpflichtend wird?

    Ich hoffe sehr auf Ihre Unterstützung und bedanke mich im Voraus!

     

  • 02
    RE: elektronisch unterstützte Betriebsprüfung

    Hallo NP,
     
    im Rahmen einer elektronisch unterstützten Betriebsprüfung besteht die Möglichkeit, die prüfrelevanten Daten aus dem Gehaltsabrechnungs- und Buchhaltungsprogramm elektronisch zu übermitteln. Ziel ist es, die Betriebsprüfung mit diesen Daten maschinell zu unterstützen und den Aufwand einer herkömmlichen Betriebsprüfung für alle Beteiligten zu verringern.
     
    Am 23.06.2020 wurde das „Siebte Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch“ verkündet.
    Darin ist u.a. geregelt, dass die elektronisch unterstützte Betriebsprüfung (euBP) für Arbeitgeber zum 01.01.2023 verpflichtend werden soll.
    Dies setzt allerdings eine gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber zur Führung der Entgeltunterlagen in elektronischer Form voraus. Diese Verpflichtung ist zum 01.01.2022 in Kraft getreten. Die Führung der elektronischen Entgeltunterlagen ist ausschließlich in digitaler Form z.B. PDF-Dateien, jpeg, bmp, png oder tiff-Format zulässig.
     
    Bis zum 31.12.2026 können Arbeitgeber im begründeten Einzelfall auf Antrag von der Verpflichtung der elektronisch unterstützten Betriebsprüfung bzw. der Führung von elektronischen Entgeltunterlagen vom Prüfdienst des zuständigen Rentenversicherungsträgers entbunden werden.
     
    Da es zu Ihrer zweiten Kernfrage – der Möglichkeit der Übermittlung einer Kombination von digitalen Daten aus dem Entgeltabrechnungsprogramm mit nicht digitalen Daten aus dem Buchhaltungsprogramm im Rahmen der elektronischen Betriebsprüfung - noch keine Aussage der Spitzenverbände der Sozialversicherung gibt, empfehlen wir Ihnen, dies direkt mit dem Prüfdienst der deutschen Rentenversicherung Bund zu klären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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