Expertenforum - eau tatsächlich verpflichtend?

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  • 01
    eau tatsächlich verpflichtend?

    Sehr geehrtes Expertenteam,

    ab dem 1. Januar 2023 wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) verbindlich. Arbeitgeber sind verpflichtet, ab diesem Zeitpunkt die AU-Zeiten ihrer Beschäftigten elektronisch bei den Krankenkassen abzurufen (eAU-Verfahren).

    Wenn der AN aber seine Arbeitnehmerausfertigung vorlegt, oder der Arzt sogar noch eine gedruckte AG-Ausfertigung erstellt, der AG also gedruckte AU-Nachweise erhalten hat, muss der AG dann dennoch die eAU abrufen? Gibt es hier eine Abholpflicht analog der DEÜV-Meldepflicht?

    Viele Dank vorab für eine Antwort

  • 02
    RE: eau tatsächlich verpflichtend?


    Guten Tag,
     
    alle Arbeitgeber müssen ab Januar 2023 die AU-Daten Ihrer Mitarbeitenden elektronisch bei den Krankenkassen abrufen.
     
    Das neue Verfahren der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gilt nicht für:
    -       Zeiten von Rehabilitations- und Vorsorgemaßnahmen
    -       Privat krankenversicherte Arbeitnehmer. 
    -       Minijobs in Privathaushalten
    -       Fälle, in denen die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit durch eine (Zahn-)Arztpraxis im In- oder Ausland erfolgt, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnimmt.
     
    Sie können mit dem Link eAU – elektronische AU-Bescheinigung | AOK - Die Gesundheitskasse in unserem Fachportal alles Notwendige – auch in Hinblick auf die Vorteile der eAU und bei der Anfrage von anrechenbaren Vorerkrankungen - nachlesen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

  • 03
    RE: eau tatsächlich verpflichtend?

    Sehr geehrtes Expertenteam,

    dies ist der Kern meiner Frage:

    Wenn der AN aber seine Arbeitnehmerausfertigung vorlegt, oder der Arzt sogar noch eine gedruckte AG-Ausfertigung erstellt, der AG also gedruckte AU-Nachweise erhalten hat, muss der AG dann dennoch die eAU abrufen? Gibt es hier eine Abholpflicht analog der DEÜV-Meldepflicht?

    Hier würde ich mich über eine Antwort freuen. Die von Ihnen benannten Ausnahmen sind mir bekannt.

  • 04
    RE: eau tatsächlich verpflichtend?

    Guten Tag,
     
    eine vom Arzt erstelle AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber ist seit dem 01.01.2023 nicht mehr vorgesehen. Die Verpflichtung zum Abruf der eAU durch die Arbeitgeber ergibt sich aus § 109 Abs. 1 Satz 3 SGB IV.
     
    Durch das elektronische Verfahren werden nicht alle Prozesse geändert. Es bleibt, dass Arbeitnehmer auch nach dem 1. Januar 2023 auf Wunsch eine Papierbescheinigung ihrer Arbeitsunfähigkeit von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt erhalten. Diese ist aber nur für den Beschäftigten bestimmt.

    Weiterhin müssen Mitarbeitende ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren, wenn sie arbeitsunfähig erkranken.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 05
    RE: eau tatsächlich verpflichtend?

    Guten Tag,


    was aber passiert, wenn man nicht elektronisch abruft. Werden dann die Erstattungsanträge nicht mehr erstattet? ( kein Abruf, da z.B. der AN ein Foto von seinem Exemplar der AU vorgelegt hat)


    Mit freundlichen Grüßen

    Christina Martens

  • 06
    RE: eau tatsächlich verpflichtend?

    Sehr geehrte Frau Martens,
     
    ab Januar 2023 wurde das digitale Verfahren für alle Beteiligten Pflicht: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) löst bundesweit den „gelben Schein“ ab. Arbeitgeber müssen die AU-Daten ihrer Mitarbeitenden bei deren jeweiliger Krankenkasse elektronisch abrufen.
    Die Verpflichtung zum Abruf der eAU durch die Arbeitgeber ergibt sich aus § 109 Abs. 1 Satz 3 SGB IV.
     
    In den uns vorliegenden Unterlagen finden sich keine Hinweise auf mögliche Folgen (Bußgelder o.ä.) für den Arbeitgeber bei Nicht-Abruf der eAUs. Insoweit ist die Erstattung nach dem Aufwendungsausgleichsgesetzt nicht von einem vorherigen Abruf der eAU abhängig.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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