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  • 01
    EAU

    In der Praxis stellt es sich z.Zt. so dar, dass die Ärzte noch Papierausdrucke zur AU erstellen.

    Muss ab 01.01.2023 trotzdem vom AG zwingend ein Abruf der EAU erfolgen, obwohl der AN diese in Papierform vorgelegt hat ?

    Wenn ja- bitte Gesetzestext angeben.

    Danke.

  • 02
    RE: EAU

    Hallo Ines Sch.,
     
    Arbeitgeber sind seit dem 01.01.2023 verpflichtet, die AU-Zeiten ihrer Beschäftigten elektronisch bei den Krankenkassen abzurufen (eAU-Verfahren).
     
    Dies ergibt sich aus § 109 Sozialgesetzbuch (SGB) IV.
     
    Der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Papierform ist nicht zielführend und „sollte“ demzufolge nur im Ausnahmefall (z.B. bei technischen Schwierigkeiten der Arztpraxis) genutzt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: EAU

    Guten Tag, ich kann im § 109 Sozialgesetzbuch (SGB) IV nicht erkennen, dass der AG verpflichtet ist die Daten elektronisch abzufragen. Dort steht doch nur, dass die KK dem AG eine Meldung zum Abruf bereit stellen muss, nicht dass der AG tatsächlich abrufen muss. Wir bekommen von der überwiegenden Zahl von Mitarbeitenden noch von den Ärzten ausgestellte Arbeitgeberbescheinigungen, zum Teil explizit mit dem Hinweis, dass der Arzt nicht oder noch nicht am elektronischen Meldeverfahren teil nimmt. Der elektronische Abruf dient doch nur dazu sich AU-Zeiten bestätigen zu lassen die der Mitarbeitende nicht mehr per Attest nachweist. Wenn aber ein Nachweis vorliegt kann man sich doch, den auf Arbeitgeberseite nicht unerheblichen, administrativen Aufwand sparen. Erst recht wenn ich schon weiß dass der Arzt, der das Attest ausgestellt hat, gar nicht am Meldeverfahren teilnimmt und lieber die Provisionskürzung in Kauf nimmt. Wo ist also gesetzlich geregelt, dass der Arbeitgeber trotz vorliegender Arbeitgeberausfertigung einer AU-Bescheinigung verpflichtet ist die AU zusätzlich elektronisch abzurufen?

    Vielen Dank

  • 04
    RE: EAU

    Hallo SDW Personal,
     
    nach den Regelungen des § 109 SGB IV hat die Krankenkasse nach Eingang der Arbeitsunfähigkeitsdaten die Meldung zum Abruf für den Arbeitgeber zu erstellen. Die sich daraus ergebende „Verpflichtung“/Notwendigkeit, dass Arbeitgeber am eAU-Verfahren teilzunehmen haben, resultiert nach unserem Verständnis aus der Tatsache, dass Arbeitnehmer nach der Intension des Gesetzgebers ab dem Zeitpunkt 01.01.2023 keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von den Arztpraxen zur Vorlage beim Arbeitgeber erhalten sollten, so dass diese nur auf dem Weg des elektronischen Verfahrens eine Mittteilung über Arbeitsunfähigkeitszeiten erhalten würden.
     
    Sofern Ihnen (aus welchen Gründen auch immer) die Arbeitsunfähigkeitszeiten aktuell noch teilweise in Papierform vorliegen und somit auf diesem Wege die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und das Ende des Entgeltfortzahlungsanspruchs durch den Arbeitgeber ermittelt werden kann, ist es auch für uns durchaus nachvollziehbar, dass eine Nutzung des eAU-Verfahren derzeit (noch) als überflüssig angesehen werden könnte.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam    

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