Expertenforum - Duales Studium vom Arbeitnehmer mit Beschäftigung auf Stundenbasis möglich?

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Duales Studium vom Arbeitnehmer mit Beschäftigung auf Stundenbasis möglich?

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    nach meinem Kenntnisstand sind Arbeitnehmer im Dualem Studium in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig analog den Auszubildenden.


    Ist es möglich, das ein Arbeitnehmer im Dualem Studium (Culinary Management) bei seinem Arbeitgeber auf Stundenbasis beschäftigt werden kann und was passiert, wenn die Grenze für den Minijob unterschritten wird.


    Vielen Dank im Voraus.


     

  • 02
    RE: Duales Studium vom Arbeitnehmer mit Beschäftigung auf Stundenbasis möglich?

    Guten Tag,
     
    Teilnehmer an dualen Studiengängen sind in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht kraft gesetzlicher Fiktion grundsätzlich den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt. Als solche unterliegen sie damit für die gesamte Dauer des dualen Studiums, das heißt, sowohl während der Praxisphasen als auch während der Studien- bzw. Vorlesungsphasen, der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
    Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein berufs- und ausbildungsintegrierten Studiengang oder um einen praxisintegrierten Studiengang mit Schwerpunkt in der beruflichen Ausbildung handelt.
    Der Begriff des Teilnehmers an einen dualen Studiengang ist im Gesetz nicht näher beschrieben. Ein duales Studium verbindet die betriebliche Aus- und Weiterbildung oder bisherige Berufstätigkeit mit einem theoretischen Studium an der Hochschule oder Berufsakademie in öffentlicher oder privater Trägerschaft.
    Duale Studiengänge beinhalten anders als herkömmliche Studiengänge neben den theoretischen Lernphasen regelmäßig einen hohen Anteil an Lernphasen in betrieblicher Praxis, der abhängig von Studiengang oder Hochschule variiert. Dabei sind betriebliche Praxis und Studium sowohl organisatorisch als auch auf die Lernprozesse bezogen miteinander verzahnt.
    Zu den weiteren Merkmalen eines dualen Studiums gehören eine vertragliche Bindung, häufig in Form eines Ausbildungs-, Studien-, Praktikanten- oder Arbeitsvertrags zwischen den Studierenden und dem Unternehmen sowie die Zahlung einer Vergütung und/oder die Übernahme etwaiger Studiengebühren durch den Betrieb.
     
    Verdient der Student bis zu 325 Euro monatlich, muss der Arbeitgeber auch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung bezahlen. Die Versicherungspflicht bleibt bestehen, auch wenn das Arbeitsentgelt monatlich unter 450 EUR liegt.
     
    Bei der Frage ob der Student auch auf Stundenbasis angestellt werden kann, sind arbeitsrechtliche Regelungen betroffen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums zu arbeitsrechtliche Fragestellungen keine Stellungnahme abgeben können. Weitergehende Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen erhalten Sie u. a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) und Fachanwälten für Arbeitsrecht.
     
    Sofern es Ihnen um 2 Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber geht, gilt Folgendes: Mehrere Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber werden versicherungsrechtlich als eine Einheit betrachtet. Dabei ist auf den in der Sozialversicherung verwendeten Begriff des Arbeitgebers abzustellen, der einen eigenständigen Inhalt hat. Für die Feststellung, ob ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis vorliegt, ist demnach allein zu prüfen, ob Arbeitgeberidentität besteht. Die Art der jeweils ausgeübten Beschäftigung ist dabei unbedeutend; es ist also nicht erforderlich, dass bei einem Arbeitgeber gleiche oder funktionsverwandte Tätigkeiten ausgeübt werden. Arbeitgeber ist hiernach der andere Partner des Arbeitsverhältnisses, also derjenige, der die Dienstleistung vom Arbeitnehmer kraft des Arbeitsvertrages fordern kann, das heißt, zu dem der Arbeitnehmer in einem Verhältnis persönlicher und regelmäßig auch wirtschaftlicher Abhängigkeit steht. Für die Bestimmung des Arbeitgebers ist danach wesentlich, wer die wirtschaftliche und organisatorische Dispositionsbefugnis über die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers hat. Das ist in der Regel derjenige, der Vertragspartei ist. Eine Aufspaltung der Arbeitgeberfunktion durch vertragliche Abreden führt nicht zu einer „Verdopplung“ des Arbeitgebers.
     
    Demnach sind 2 Arbeitsverhältnisse bei dem gleichen Arbeitgeber nicht möglich.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.