Expertenforum - Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

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  • 01
    Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

    Guten Tag,

    wie interpretieren Sie Punkt 2.2, RZ 12 des neuesten BMF-Schreibens zum Thema Dienstwagen vom 03.03.2022 zu folgendem Sachverhalt?

    MA bezieht Dienstwagen und versteuert 1% f. Privatfahrten + pauschal 0,03% für Anfahrt Wohnung-Arbeitsstätte.

    MA wird nun bezahlt freigestellt, und zwar laut Vereinbarung "unwiderruflich".

    Ein Aufsuchen des Arbeitsplatzes mit dem Dienstwagen, der bis Ende Freistellung weiter gewährt wird, ist somit vertraglich "ausgeschlossen".

    Die 1%-Versteuerung bleibt logischerweise bis Ende Freistellung in der Payroll, da private Nutzung weiter gewährt wird.

    Wie gehen wir aber mit der 0,03%-Versteuerung für die Anfahrt um? Können wir diese aus der Payroll nehmen für den Rest der Zeit bis Ende Freistellung?

    (wie oben beschrieben Verweise ich auf BMF-Schreiben 03.03.2022 Punkt 2.2, RZ 12)

    Danke vorab für Ihre Einschätzung.

    VG

    TOM_MGG

  • 02
    RE: Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

    Sehr geehrter Fragesteller,


    das von Ihnen zitierte BMF-Schreiben vom 03.03.2022 ersetzt für alle offenen Fälle das vorangehende Schreiben vom 04.04.2018 und enthält im hier entscheidenden Punkt u.E. eine Änderung zu Lasten der Steuerpflichtigen (in Textziff. 12 hervorgehoben durch Fettdruck).


    Allerdings bleibt der (von der Rechtsprechung entwickelte und nach anfänglichen Nichtanwendungserlassen durch die Finanzverwaltung akzeptierte) Grundsatz beibehalten, dass ein Wahlrecht der Steuerpflichtigen zwischen Pauschalbewertung 0,03 % monatlich und Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten mit 0,002 % je Entfernungskilometer besteht. Ziff. 13 des BMF-Schreibens vom 03.03.2022 regelt die Voraussetzungen der Ausübung dieses Wahlrechts. Wichtig ist insbesondere die Anforderung dort unter Buchstaben a) (schriftliche Erklärung des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber, an welchen konkret mit Datum bezeichneten Tagen das Fahrzeug für den Arbeitsweg benutzt wurde) und f) (zwingend einheitliche Anwendung der Pauschal- oder Einzelbewertung für das gesamte Kalenderjahr).


    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Fachexperte Steuerrecht

     

  • 03
    RE: Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

    Hallo Experten,

    d.h. Ziffer 13 kann dahingehend interpretiert werden, dass nun zum Jahresanfang 01.01.2023 v. Pausch-Methode auf Einzelmethode in diesem einem Personalfall umgestellt werden kann. Da folglich keine Anfahrt mehr zur Arbeitsstätte zwecks Freistellung erfolgt, kann eine Versteuerung der km während der Freistellung gemäß BMF Schreiben unterbleiben?!

    Danke für eine Bestätigung/Einschätzung,

    VG

    TOM_MGG

  • 04
    RE: Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für die Nachfrage, die unsere Auffassung korrekt wiedergibt. Per Jahresanfang könnte die Einzelbewertung angewendet werden.


    Falls aus Arbeitgebersicht im vorliegenden Fall gewünscht, kann die Sichtweise des zuständigen Betriebsstätten-Finanzamts durch Anrufungsauskunft gemäß darauf 42 e EStG abgefragt werden.


    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Fachexperte Steuerrecht

     

  • 05
    RE: Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

    Guten Morgen,

    danke für die Antwort, letzte Rückfrage meinerseits:

    Wenn in der internen Dienstwagen-Richtlinie vereinbart ist, dass generell für Anfahrt die 0,03%-Methode zur Anwendung käme, könnte man dann für einen einzigen MA, sprich nach o.g. Handhabung, davon abweichen und zum Jahresanfang auf die 0,002%-Methode wechseln? Kann das einseitig von Seiten des AG erfolgen, oder muss dies der AN proaktiv "beantragen"?

    Danke vorab für eine letzte Auskunft.

    VG

  • 06
    RE: Dienstwagen-km-Versteuerung 0,03% + unwiderrufliche Freistellung

    Sehr geehrter Fragesteller,


    in der von Ihnen geschilderten Konstellation ist einvernehmlich ein Wechsel der Bewertungsmethode möglich. Darüber hinaus ist der Arbeitnehmer selbst dann, wenn arbeitgeberseits (beim Lohnsteuerabzug) die 0,03 %-Methode angewendet wird, berechtigt, im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung für das jeweilige Kalenderjahr zur Einzelbewertung zu wechseln (BMF-Schreiben vom 03.03.2022, Textziff. 13 unter 2.2 g).


    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Fachexperte Steuerrecht

     

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