Expertenforum - Betriebliche Altersversorgung - Auszahlung Direktversicherung

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

  • 01
    Betriebliche Altersversorgung - Auszahlung Direktversicherung
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ein aktiver Mitarbeiter (gesetzlich krankenversichert) mit einem monatlichen SV-pflichtigen Einkommen von 3.000,00 Euro bekam nach Vollendung seines 59. Lebensjahres seine Direktversicherung (Altvertrag -> § 40 b EStG) in Höhe von 60.000,00 € ausbezahlt.

    In welcher Höhe hat der Mitarbeiter Beiträge an die Sozialversicherung entrichten?
    Ist in diesem Fall der Freibetrag nach dem GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz in Höhe von 159,25 € anzuwenden?



  • 02
    RE: Betriebliche Altersversorgung - Auszahlung Direktversicherung

    Hallo G. Mayr,

     

    bei den im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung vereinbarten oder zugesagten Leistungen, die bei Eintritt des Versorgungsfalles (z. B. im Rahmen einer Direktversicherung) zu gewähren sind, handelt es sich es um einen sogenannten Versorgungsbezug.

     

    Versorgungsbezüge sind der Rente vergleichbare Einnahmen, die zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung gezahlt werden. Solche Bezüge sind für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung beitragspflichtig.

    Dagegen ist eine Meldung für privat krankenversicherte Versorgungsbezugsempfänger ausgeschlossen, da für diese keine Beitragspflicht aus Versorgungsbezügen entsteht.

     

    Während bei laufend monatlich gezahlten Versorgungsbezügen regelmäßig der sogenannte Zahlbetrag der Beitragsberechnung zugrunde gelegt wird, gelten bei einer einmaligen gezahlten Kapitalabfindung 1/120 der Leistung als monatlicher Zahlbetrag, längstens jedoch für 120 Monate. In der Folge wird also der Betrag für die Beitragsbemessung auf zehn Jahre (120 Monate) verteilt. Die Frist von zehn Jahren beginnt mit dem ersten des auf die Auszahlung der Leistung folgenden Kalendermonats und umfasst einen starren Zeitraum von 120 Monaten.

    Damit die Krankenkassen die auf die Versorgungsbezüge entfallenden Beiträge ordnungsgemäß erheben können, sind den Zahlstellen - das sind Unternehmen, die an (ehemalige) Arbeitnehmer Versorgungsbezüge auszahlen - Melde- und Mitteilungspflichten auferlegt worden.

    Die Zahlstelle hat demnach bei der erstmaligen Bewilligung von Versorgungsbezügen sowie bei Mitteilung über die Beendigung der Mitgliedschaft eines Versorgungsempfängers die zuständige Krankenkasse zu ermitteln und dieser Beginn, Höhe, Veränderungen und Ende der Versorgungsbezüge unverzüglich zu melden. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob dann auch tatsächlich Beitragspflicht aus Versorgungsbezügen eintritt.

    Die Krankenkasse prüft aufgrund der Meldung, ob, ab wann und ggf. bis zu welcher Höhe Versorgungsbezüge beitragspflichtig sind und hat der Zahlstelle und dem Versorgungsbezieher unverzüglich die Beitragspflicht, deren Umfang sowie den Beitragssatz aus Versorgungsbezügen mitzuteilen.

     

    Seit dem 01.01.2020 wird für Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge neben der Freigrenze ein „Freibetrag“ für die Krankenversicherung eingeführt (im Jahr 2020 jeweils 159,25 €). Sobald die bestehende Freigrenze überschritten wird, ist die Summe der monatlichen Betriebsrenten bis maximal zur Höhe des Freibetrags betragsfrei. In der Pflegeversicherung findet weiterhin ausschließlich die bisherige Freigrenze Anwendung.

    Das bedeutet, dass in der Krankenversicherung der 159,25 € übersteigende Betrag mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6% plus Zusatzbeitrag verbeitragt werden muss.

    In der PV gibt es diesen Freibetrag nicht, so dass bei Überschreiten der Freigrenze von 159,25 € der volle Betrag mit dem Beitragssatz von 3,05 % (Kinderlose: 3,3 %) zu verbeitragen ist.

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

     

     

     

Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.