Expertenforum - beschäftigung eines rentners

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  • 01
    beschäftigung eines rentners

    hallo liebes team......ich möchte einen altersrentner beschäftigen (in der gleitzone)......folgende frage: dieser rentner (altersrentner) ist privat krankenversichert.....welche beitragsgruppe muss ich bei einer solchen personenart verwenden und wohin muss ich die etwaigen beiträge abführen (weil dieser arbeitnehmer ja nicht gesetzlich sondern privat versichert ist.....bitte geben sie mir auch die dazurgehörigen rechtssprechungen und rechtsquellen mit an....vielen dank schon mal und bis dann.....

  • 02
    RE: beschäftigung eines rentners

    Hallo Herr Neugebauer,

    ein privat krankenversicherter Altersrentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze ist bei einem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt über 450 € mit dem Beitragsgruppenschlüssel „0300“ und dem Personengruppenschlüssel „119“ unter Berücksichtigung des Übergangsbereichs (mtl. Entgelt zwischen 450,01 bis 1.300,00 Euro) abzurechnen und zu melden (Rentenversicherung: § 5 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB VI – Arbeitslosenversicherung: § 28 Abs. 1 Nr.1 SGB III).
     
    Nach § 257 Abs. 2 SGB V erhalten Beschäftigte, die auf Grund von § 6 Abs. 3a SGB V (über 55-jährige Arbeitnehmer) krankenversicherungsfrei oder die von der Versicherungspflicht befreit und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind, von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuss.
     
    Der Zuschuss wird in Höhe des Betrages gezahlt, der sich bei Anwendung der Hälfte des Beitragssatzes nach § 241 und der nach § 226 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V bei Versicherungspflicht zugrunde zu legenden beitragspflichtigen Einnahmen als Beitrag ergibt, höchstens jedoch in Höhe der Hälfte des Betrages, den der Beschäftigte für seine private Krankenversicherung zu zahlen hat.
     
    Da der Mitarbeiter eine Altersrente nach Vollendung des Lebensjahres für den Anspruch auf Regelaltersrente erhält, ist zu beachten, dass der Beitragszuschuss nach dem ermäßigten Beitragssatz (§ 243 SGB V) zu berechnen ist (2021: 7,0%).
     
    Die Bescheinigung über die private Krankenversicherung ist den Lohnunterlagen beizufügen.
     
    Neben dem Zuschuss zur privaten Krankenversicherung haben Beschäftigte, die in Erfüllung ihrer Versicherungspflicht nach §§ 22 und 23 SGB XI bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind, auch einen Anspruch auf den Zuschuss zu privaten Pflegeversicherung (§ 61 Abs. 2 SGB XI).
     
    Die Beiträge und die zu erstellenden DEÜV-Meldungen sind immer an die „zuständige“ Einzugsstelle (gesetzliche Krankenkasse) zu entrichten. Als „zuständige“ Einzugsstelle gilt die Krankenkasse, bei der zuletzt eine Versicherung bestanden hat. Bestand keine Versicherung, wählt der zur Meldung verpflichtete Arbeitgeber eine gesetzliche Krankenkasse als Einzugsstelle aus.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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