Expertenforum - Beschäftigung als Werkstudentin und einen Minijobvertrag

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Expertenforum

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Beschäftigung als Werkstudentin und einen Minijobvertrag
    Sehr geehrtes Expertenteam,

    ist es bei der Beschäftigung einer Werkstudentin, die gleichzeitig einen Minijob in den Abend- bzw. Nachtstunden ausübt unschädlich, ob der Minijob-Vertrag befristet oder unbefristet ist? Und wie ist sie sozialversicherungspflichtig als Werkstudentin anzumelden, wenn sie mit dem Minijob die 20-Stunden-Grenze überschreitet?

    Mit freundlichen Grüßen
    Karin Weber
  • 02
    RE: Beschäftigung als Werkstudentin und einen Minijobvertrag
    Hallo Frau Weber,
     
    bei Studierenden, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, ist zunächst zu prüfen, ob die Person ihrem Erscheinungsbild nach als „ordentlicher Studierender“ oder als „Arbeitnehmer“ anzusehen ist. 
     
    Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden, besteht Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit, unabhängig davon, ob es sich um eine oder mehrere befristete oder unbefristete Beschäftigung(en) handelt; die Höhe des Arbeitsentgelts ist für die Annahme der Versicherungsfreiheit ohne Bedeutung.
     
    Die wöchentlichen Arbeitszeiten von nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen sind zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentlichen Arbeitszeiten insgesamt mehr als 20 Stunden betragen, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studierenden auszugehen. Bei nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob bei einer oder mehreren Beschäftigung(en) gegebenenfalls die Merkmale einer geringfügigen Beschäftigung vorliegen.
     
    Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20-Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt.
    Außerdem darf das Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten.
     
    Aufgrund Ihrer Schilderung wird durch die Zusammenrechnung der Beschäftigungen die 20-Wochenstunden-Grenze überschritten (zwar teilweise in den Abendstunden und am Wochenende, dies jedoch nicht befristet), so dass bei der betreffenden Person der Status des ordentlichen Studierenden nicht mehr gegeben ist.
     
    Somit besteht in der mehr als geringfügig entlohnten Beschäftigung Versicherungspflicht zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung (Beitragsgruppenschlüssel „1111“).

    Die daneben bei einem anderen Arbeitgeber ausgeübte geringfügig entlohnte Beschäftigung ist weiterhin mit dem Beitragsgruppenschlüssel „6100“ (bei Befreiung von der Rentenversicherungspflicht „6500“) über die Minijobzentrale abzurechnen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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