Expertenforum - Bemessungsentgelt Gleitzone bei Quarantäne

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  • 01
    Bemessungsentgelt Gleitzone bei Quarantäne

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    wie ermittelt man das Bemessungsentgelt Gleitzone bei Quarantäne?


    Beispiel:


    Gehalt ohne Quarantäne € 1.153,29 (Bemessungsentgelt Gleitzone € 1.133,94)


    gekürztes Gehalt nach Quarantäne € 1.090,46

    Entschädigung bei Quarantäne € 165,17

    Bemessungsentgelt Gleitzone ??


    Kann es sein, dass das Bemessungsentgelt Gleitzone nach Abrechnung der Entschädigung für Quarantäne höher ist als in der Ursprungsabrechnung?


    Vielen Dank.




     

  • 02
    RE: Bemessungsentgelt Gleitzone bei Quarantäne

    Guten Tag,
     
    grundsätzlich haben Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden, die wegen einer Quarantäne ihre Arbeit nicht leisten können, den Verdienstausfall in Höhe des Nettoentgelts zu zahlen und haben dann Anspruch auf Erstattung durch die zuständige Entschädigungsbehörde.
     
    Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von 6 Wochen. Krankengeld wird grundsätzlich nach dem Ende des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung durch die zuständige Krankenkasse gezahlt.
     
    Nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IFSG) bemisst sich die Entschädigung für den Quarantänefall nach dem Verdienstausfall. Zur Feststellung des Verdienstausfalles wird auf den § 4 des Entgeltfortzahlungsgesetz verwiesen.
     
    Hier sind die allgemein gültigen Regelungen zur Feststellung des fortzuzahlenden Entgeltes bei Arbeitsunfähigkeit gleichfalls anzuwenden.
     
    Dieser festgestellte Betrag gilt dann aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht als beitragspflichtige Einnahme und bildet die Grundlage für die Beitragsberechnung und die Erstattung nach dem IFSG.
     
    Das Bemessungsentgelt für die Anwendung des Übergangsbereiches wird also aus dem tatsächlich erzielten Entgelt des Monats zuzüglich dem fortgezahlten Arbeitsentgelt berechnet.
     
    Der nachgelagerte Anspruch des Arbeitgebers auf Erstattung nach dem Infektionsschutzgesetz ist dabei unerheblich.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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