Expertenforum - Beginn neues Arbeitsverhältnis - private Krankenversicherung

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Expertenforum

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  • 01
    Beginn neues Arbeitsverhältnis - private Krankenversicherung
    Unsere Mitarbeiterin hat zum 01.06.2020 bei uns die Arbeit aufgenommen.
    Sie ist seit 2005 privat krankenversichert. Bei uns erhält sie ein monatliches KV-pflichtiges Entgelt von 4125,00 €.
    Vereinbart sind weitere umsatzabhängige Provisionen. Zur Höhe der zu erwartenden Provisionen können wir zurzeit keine Prognose erstellen.
    Garantiert ist eine zusätzliche Einmalprovision von 2500,00, die zum Jahresende ausgezahlt werden soll.
    Wenn ich diese Summen hochrechne wird sie die anteilige JAEG für 2020 nicht überschreiten. Da sie erst seit 2005 privat
    krankenversichert ist , gilt auch nicht die besondere JAEG für privat Versicherte.
    Ist die Mitarbeiterin mit Beginn des Arbeitsverhältnisses bei uns rückwirkend zum 01.06.20 gesetzlich krankenversichert?
    Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
  • 02
    RE: Beginn neues Arbeitsverhältnis - private Krankenversicherung

    Hallo Frau Mertl,

     

    für Beschäftigte, die am 31.12.2002 krankenversicherungsfrei waren, weil ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die zu diesem Zeitpunkt geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritt, gilt eine besondere – niedrigere – Jahresarbeitsentgeltgrenze.

    Sie gilt allerdings nur dann, wenn die betreffende Person am 31.12.2002 als Arbeitnehmer privat krankenversichert war.

    Wie von Ihnen korrekt angemerkt, findet die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze in Ihrem Sachverhalt keine Anwendung, da die Mitarbeiterin erst seit 2005 privat krankenversichert ist.

     

    Der Arbeitgeber hat die Prüfung, ob das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt seiner Arbeitnehmer die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, zu Beginn der Beschäftigung, bei jeder Veränderung des Entgelts und jeweils am Beginn eines neuen Kalenderjahres im Rahmen einer vorausschauenden Betrachtungsweise

    vorzunehmen.

    Zum „regelmäßigen“ Jahresarbeitsentgelt gehören alle Einnahmen, die nach § 14 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IV Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einmal jährlich gezahlt werden.

     

    Variable Arbeitsentgeltbestandteile gehören – unabhängig davon, ob sie individuell-leistungsbezogen oder unternehmenserfolgsbezogen gezahlt werden – nicht zum regelmäßigen Arbeitsentgelt, da in aller Regel zum Zeitpunkt der Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts ungewiss ist, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe diese Entgeltbestandteile gewährt werden.

    Besteht hingegen ein Anspruch auf einen Mindestbetrag oder garantierten Anteil an individuell-leistungsbezogenen oder unternehmenserfolgsbezogenen Arbeitsentgeltbestandteilen, sind diese Entgeltbestandteile bei der Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts zu berücksichtigen.

     

    Somit ist aufgrund Ihrer Schilderung zur Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts neben dem laufenden Entgelt (4.125,00 € x 12) lediglich die garantierte Einmalprovision (2.500,00 €) zu berücksichtigen. 

    Da hiermit die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze für das Jahr 2020 (62.550,00 €) nicht überschritten wird, trat mit Beginn der Beschäftigung zum 01.06.2020 Krankenversicherungspflicht ein.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

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