Expertenforum - bAV und Krankentagegeld

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  • 01
    bAV und Krankentagegeld

    Liebes Team,

    wie verhält es sich mit folgendem Fall:

    Ein Mitarbeiter ist länger erkrankt und geht in den Krankentagegeldbezug. Demnach fällt kein Gehalt an. Er hat aber eine bAV, die er auch weiter bedienen will.

    Wie ist dies in der Lohnabrechnung abzubilden?

    1) Trägt der AG im Hintergrund den Beitrag und sobald der Mitarbeiter wieder "normal" arbeitet, werden die Beiträge verrechnet? Wenn ja wie? Als kummulierter Nettoabzug oder kann der kumulierte offene Betrag als Entgeltumwandlung erfasst werden? Bei letzterem würde für diesen Monat ja das Steuer- + SV-Brutto massiv zusammenschrumpfen - wäre das okay?

    2) Muss die bAV für diesen Zeitraum beitragsfrei gestellt werden und darf erst wieder reaktiviert werden, sobald wieder Gehalt zum umwandeln vorhanden ist? Können dann die "versäumten" Beiträge nachgeholt werden und wenn ja in welcher Form, also gleiche Fragestellung wie im Satz oben.

    3) Oder muss für so einen Fall auch während des Krankentagegelds eine Lohnabrechnung erfasst werden? Aber hier gibt es ja kein Gehalt, das umgewandelt werden kann...

    Ich freue mich auf Ihre Antwort

    Viele Grüße

    Susanne Springer

  • 02
    RE: bAV und Krankentagegeld

    Sehr geehrte Frau Springer,
     
    da wir die genauen vertraglichen Regelungen mit dem Anbieter der betrieblichen Altersvorsorge nicht kennen, bitten wir um Verständnis, dass wir nur allgemeine Auskünfte geben können und empfehlen Ihnen Kontakt mit der zuständigen Einzugsstelle und dem Versicherungsunternehmen aufzunehmen.
     
    Ganz allgemein können wir Ihnen folgende Informationen geben:
     
    Die vom Arbeitgeber für Zeiten des Bezugs von Sozialleistungen übernommenen Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge, die im Rahmen des § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) bzw. des § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV nicht dem Arbeitsentgelt zuzurechnen sind, können von vornherein als Arbeitsentgelt ausgeschlossen werden. Somit ist der vom Arbeitgeber, während des Bezugs von Krankentagegeld, weiterhin gezahlte Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge beitragsfrei.
     
    Während der Krankengeldzeit besteht das Arbeitsverhältnis weiter fort, der Entgeltanspruch aber ruht. Das Fortbestehen der bAV hängt in diesem Fall davon ab, ob die Beiträge als Entgeltumwandlung oder als arbeitgeberfinanzierte bAV bezahlt werden. Bei der Entgeltumwandlung braucht es ein zu zahlendes Entgelt für geleistete Arbeit, welches der Arbeitnehmer während des Krankengeldbezuges nicht erhält. Sofern der Versicherer dazu bereit ist, können die Beiträge für die betriebliche Altersversorgung auch gestundet werden. Die Zahlungen werden aufgeschoben, bis der Krankengeldbezug beendet ist. Die Beiträge können einmalig oder laufend nachgezahlt werden. So hätte der Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Nachhinein von der Entgeltumwandlung zu profitieren und die Rentenansprüche verringern sich nicht.
     
    Weitere Informationen zur sozialversicherungsrechtlichen Behandlung finden Sie auch im Rundschreiben zu betrieblicher Altersversorgung.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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