Expertenforum - bAV Pflichtzuschuss

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  • 01
    bAV Pflichtzuschuss

    Ich habe jetzt die Problematik dass die Meinungen der einzelnen Versicherungen bei der Berechnungsart des Pflichtzuschusses total auseinandergehen.

    Dabei geht es aber nur um die Altverträge bei der eine Aufstockung nicht möglich ist.


    Beispiel:

    Ich habe eine Direktversicherung (die nicht aufgestockt werden kann) in Höhe von 1.534,00 € die jährlich im Voraus bezahlt wird (im Dezember) und mit Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld verrechnet wird, Pauschalsteuer zahlt der Arbeitgeber (§ 40b). Die Versicherung hat uns jetzt eine neue Vereinbarung zur Umwandlung von Arbeitsentgelt zur Verfügung gestellt bei der der AG Pflichtzuschuss von hundert gerechnet wird, also neuer Eigenanteil 1.303,90 €, AG Pflichtzuschuss 230,10 € - ist für mich nachvollziehbar.


    Ich habe weitere Beispiele von anderen Versicherungen, die im selben Fall in hundert rechnen, also wenn man das Beispiel von oben nimmt, wäre dann der neue Eigenanteil 1.333,91 € und der AG Pflichtzuschuss somit 200,09 € - ist für mich weniger nachvollziehbar, denn dann wäre der Mitarbeiter bei dem eine Aufstockung nicht möglich ist, gegen den bei dem eine Aufstockung machbar ist, benachteiligt.


    Aber welche Rechenart ist aus steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht richtig?



     

  • 02
    RE: bAV Pflichtzuschuss

    Sehr geehrte Herr Braun,
     
    nach den Regelungen des Betriebsrentengesetzes besteht auch für Altverträge im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ab 01.01.2022 die Zuschusspflicht des Arbeitgebers.
     
    Es ergeben sich hier 2 unterschiedliche Berechnungsmethoden. Bei der Exklusivmethode wird der Zuschuss von in der Regel 15 % zusätzlich zur Entgeltumwandlung gezahlt. Im Gegensatz dazu vermindert sich bei der Inklusivmethode der Entgeltumwandlungsbetrag um den gesetzlichen Zuschuss.
     
    Aus diesen beiden möglichen Berechnungsmethoden erklären sich auch Ihre unterschiedlichen Berechnungen, mit der Einschränkung, dass
    in der von Ihnen geschilderte ersten Variante (Exklusivmethode) der Zuschuss von 230,10 EUR zusätzlich zu der bisherigen Prämie von 1.534 EUR gezahlt werden muss. Dies kann aber unter Umständen durch einen neuen Vertrag verändert werden.
     
    Da Erhöhungsbeträge in der Regel nicht möglich sind, bietet sich die Inklusivmethode an. Zu berücksichtigen ist dabei, dass eine Änderung der Entgeltumwandlungsvereinbarung nicht einseitig durch den Arbeitgeber erfolgen kann. Der Arbeitnehmer muss hier einer Änderung zustimmen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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