Expertenforum - Bachelorarbeit

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Bachelorarbeit

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    ich habe ein paar Fragen zur Beschäftigung von einem Studenten der die Bachelorarbeit in einem Unternehmen machen möchte.


    - muss eine Vergütung vereinbart werden oder wären theoretisch auch 0,00 € möglich? (auch als Werkstudent?)

    - Würde auch eine Leistungsorientierte Vergütung gehen? (bsw. 1 Monat kein verdienst um im 2. Monat 2000 €) (auch als Werkstudent?)

    - Greift bei der Beschäftigung während der Bachelorarbeit der Mindestlohn? (falls hierfür relevant: der student war bereits mehrmals in diesem UN angestellt - (Praxissemseter in Vollzeit und voll SV-pflichtig sowie steuerpflichtig, Vollzeit arbeiten während Studienpause mit voller SV-pflicht und steuerpflichtig, Orientierung vor dem Studium als kurzfristiger Beschäftigter)

    - SV Pflicht besteht bis auf die RV wenn er als Werkstudent abgerechnet werden würde; wie sieht es mit der Steuerpflicht aus?

    - gibt es in diesem Fall eine Alternative für die Werkstudentenabrechnung? bsw. gewerbeschein beantragen um als selbstständiger Rechnungen schreiben zu können?


    Danke und liebe Grüße

    A. Rösch

  • 02
    RE: Bachelorarbeit

    Guten Tag,
     
    wir bitten um Verständnis, dass wir Ihre Fragen zum Thema Vergütung und Mindestlohn im Rahmen dieses Forums nicht beantworten können, da arbeits- und vertragsrechtliche Aspekte zu berücksichtigen sind. Fragen zum Arbeits- und Vertragsrecht erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeberverband, der zuständigen Kammer (Industrie- und Handelskammer / Handwerkskammer) oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.
     
    Im Rahmen unseres Expertenforums können mittlerweile Fragen zum Arbeits- und Steuerrecht von externen Experten beantwortet werden, sofern Ihr Eintrag mit dem Cluster „Arbeitsrecht“ bzw. „Steuerrecht“ gekennzeichnet wurde.
     
    Daher haben wir Ihre Anfrage in die Rubrik Arbeitsrecht „umgeswitcht“. Sie erhalten somit noch eine Antwort/ Stellungnahme aus dem Bereich „Arbeitsrecht“.
     
    Sozialversicherungsrechtlich geben wir Ihnen gerne Auskunft:

    Personen, die sich allein zur Erstellung der für den Studienabschluss erforderlichen Abschlussarbeit (z.B. Bachelorarbeit oder Master-Thesis) in einen Betrieb begeben und in dieser Zeit neben dieser Abschlussarbeit keine für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung erbringen, gehören nicht zu den abhängig Beschäftigten. Sofern die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt sind, kommt weder Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht in Betracht, noch sind für diese Personen Umlagebeiträge (U1, U2 sowie Insolvenzgeldumlage) zu entrichten.

    Weil es sich bei diesem Personenkreis auch nicht um Beschäftigte im Sinne der Unfallversicherung handelt, sind auch keine Meldungen mit dem Personengruppenschlüssel „190“ zu erstellen.
    Somit ist aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht keine Personengruppe erforderlich.
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Bachelorarbeit

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Für die arbeitsrechtliche Einordnung des mit dem Studenten abzuschließenden Vertragsverhältnisses ist entscheidend, ob der Student im Unternehmen lediglich die Bachelorarbeit anfertigen und er insoweit keinen Weisungen des Unternehmens unterliegen soll (er also bspw. nicht an bestimmte Arbeitszeiten gebunden ist) oder ob er neben der Anfertigung der Bachelorarbeit noch in den üblichen "Arbeitsprozess" eingegliedert werden soll und "normale" Arbeitsleistungen zu erbringen hat.


    Im erstgenannten Fall (Anfertigung der Bachelorarbeit ohne Eingliederung in den Arbeitsprozess und Weisungsunterworfenheit) handelt es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis. Sie sind deshalb bei der Gestaltung der Vertragsbedingungen weitestgehend frei. Eine Vergütung muss nicht zwingend gezahlt werden. Der gesetzliche Mindestlohn findet keine Anwendung. Vor diesem Hintergrund ist auch eine leistungsorientierte Vergütung zulässig. Allerdings ist insoweit zu berücksichtigen, dass über die Parameter für die Festlegung der leistungsbezogenen Vergütung keine Verpflichtung zur Arbeitsleistung und damit kein Arbeitsverhältnis begründet wird.


    Im zweitgenannten Fall (Anfertigung der Bachelorarbeit und Verpflichtung zur Erbringung regulärer Arbeitsleistungen, Eingliederung in die betriebliche Organisation), liegt ein Arbeitsverhältnis vor. In diesem Fall ist grundsätzlich auch der gesetzliche Mindestlohn zu zahlen. Eine Ausnahme wäre lediglich dann denkbar, wenn die Anfertigung der Bachelorarbeit im Rahmen eines in der Studienordnung zwingend vorgeschriebenen Praktikums zu erfolgen hat. Dies müsste gegebenenfalls im Einzelfall geprüft werden. Ein leistungsorientiertes Vergütungssystem ist grundsätzlich zulässig. Allerdings darf auf dessen Grundlage der gesetzliche Mindestlohn ebenfalls nicht unterschritten werden.


    Zu den sozialversicherungsrechtlichen Fragen werden sich unsere Experten auf diesem Gebiet nochmals bei Ihnen melden.


    Für weitere Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

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