Expertenforum - Auszubildende mit Kindkrank-Zeiten

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  • 01
    Auszubildende mit Kindkrank-Zeiten

    Auszubildende mit kleinen Kindern haben bis zu 6 Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn das Kind erkrankt und sie zu seiner Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege der Arbeit fernbleiben müssen und daher keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.

    Hat der Arbeitgeber für diese Zeiten gegenüber der Krankenkasse einen Anspruch auf Erstattung der Entgeltfortzahlung durch das Umlageverfahren?

  • 02
    RE: Auszubildende mit Kindkrank-Zeiten

    Hallo Lohnbearbeiter,
     
    Auszubildende haben grundsätzlich einen Anspruch auf Kinderkrankengeld, sofern sie Ausbildungsvergütung bzw. Arbeitsentgelt beziehen und die weiteren Anspruchsvoraussetzungen des § 45 SGB V erfüllen. Der Anspruch kann jedoch ruhen.
     
    Für Auszubildende ruht der Anspruch auf Kinderkrankengeld für die Dauer, für die sie weiterhin Ausbildungsvergütung bzw. Arbeitsentgelt aufgrund ihres Ausbildungsverhältnisses erhalten.
    Für die Beurteilung, wie lange der Anspruch auf Kinderkrankengeld im konkreten Einzelfall ruht, ist jedoch danach zu unterscheiden, ob für die Fortzahlung der Ausbildungsvergütung bzw. des Arbeitsentgelts das Berufsbildungsgesetz (BBiG) Anwendung findet.
    Für Auszubildende, deren Ausbildung vorwiegend betrieblich organisiert ist, findet das BBiG Anwendung.
    Hiernach ist nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b BBiG den Auszubildenden die Vergütung bis zu 6 Wochen je Verhinderungsfall fortzuzahlen, wenn sie wegen der Erkrankung des Kindes der Arbeit fernbleiben.
     
    In einem solchen Fall handelt es sich jedoch nicht um Entgeltfortzahlung nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG).
    Damit scheidet eine prozentuale Erstattung des gezahlten Entgelts im Rahmen des Aufwendungsausgleichsgesetzes (AAG) für Aufwendungen des Arbeitgebers bei Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers (U1) aus.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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