Expertenforum - Ausländische Studenten

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Ausländische Studenten

    Hallo liebes AOK-Team,

    wir haben drei Studenten aus Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan.

    Diese sind in ihrem Heimatland immatrikuliert und wollen in Deutschland eine kurzfristige Beschäftigung ausüben. Ist dies möglich? Wenn ja, wie sieht es mit dem Krankenversicherungsschutz in Deutschland aus?

    Vielen Dank im Voraus!

  • 02
    RE: Ausländische Studenten

    Guten Tag,
     
    für ausländische Studenten gelten bei Ausübung einer Beschäftigung grundsätzlich die deutschen Rechtsvorschriften über die soziale Sicherheit. Sie können somit geringfügig, als Werkstudent, als Arbeitnehmer oder Praktikant arbeiten. Für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung ist der Besuch der ausländischen Hochschule dem Studium an einer deutschen Hochschule gleichzustellen.
     
    Voraussetzung für die Anwendung der Vorschriften über die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen im Rahmen des „Werkstudentenprivilegs“ ist zunächst die Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlichen Studierenden. Zu den ordentlichen Studierenden gehören diejenigen, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben sind. Der Nachweis wird durch die Immatrikulationsbescheinigung erbracht.
     
    Ordentliche Studierende sind in einer neben dem Studium ausgeübten Beschäftigung unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts im Rahmen des sog. Werkstudentenprivilegs kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, wenn das Studium im Vordergrund steht, also Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Davon ist nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) immer dann auszugehen, wenn die Beschäftigungszeit 20 Stunden in der Woche nicht überschreitet. Personen, die neben ihrem Studium also nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studenten und nicht zu den Arbeitnehmern.
     
    Auch für Studenten in einer kurzfristigen Beschäftigung besteht Versicherungsfreiheit in der Sozialversicherung. Werden die Zeitgrenzen von drei Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschritten kann unter Umständen bei einer befristeten Beschäftigung Versicherungsfreiheit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs bestehen.
     
    Die Studenten werden grundsätzlich in Deutschland versichert, falls der Student keinen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall (im Ausland oder z.B. über die MAWISTA) nachweisen kann. Wir empfehlen den Studenten sich an eine von ihm zu wählende deutsche Krankenkasse zur Beurteilung seines Versicherungsschutzes zu wenden.
     
    Liegt ein Versicherungsschutz im Ausland vor, ist bei der Meldung der kurzfristigen Beschäftigung das Kennzeichen „2“ (keine gesetzliche Versicherung in Deutschland) zu übermitteln.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.