Expertenforum - Arbeitsverhinderung nach § 2 Abs. 1 PflegeZG

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Expertenforum

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  • 01
    Arbeitsverhinderung nach § 2 Abs. 1 PflegeZG

    Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

    eine Mitarbeiterin unseres Hauses hat entsprechend der obigen Angabe 10 Arbeitstage Freistellung wegen kurzzeitiger Arbeitsverhinderung nach § 2 Abs. 1 PflegeZG beantragt. Die Mitarbeiterin ist bei uns an 3 Tagen in der Woche (Montag bis Mittwoch) beschäftigt. Haben diese Teilzeitmitarbeiter, die nur an bestimmten Wochentagen arbeiten, ein anteiliges gekürztes Recht auf Freistellung. Unsere Mitarbeiterin hat vom 08.08. bis 29.08.22 Freistellung beantragt. Sie möchte die ihr zustehenden 10 Arbeitstage jeweils wie folgt nehmen:

    08.08. bis 10.08. = Arbeitstage der Mitarbeiterin Mo-Mi

    15.08. bis 17.08. = Arbeitstage der Mitarbeiterin Mo-Mi

    (unserer Recherche nach darf eine Feiertag nicht mitgerechnet werden)

    22.08. bis 25.08. = Arbeitstage der Mitarbeiterin Mo-Mi

    29.08. = Arbeitstag der Mitarbeiterin Mo

    Eine Freistellung mit Entgeltfortzahlung ist entsprechend der obigen Angabe durch Tarifvertrag ausgeschlossen.

    Müssen wir die von der Mitarbeiterin verlangten Freistellungstage akzeptieren oder wieviel Arbeitstage Anspruch bei einer 3 Tagewoche hat sie entsprechend § 2 Abs. 1 PflegeZG. Wieviel Arbeitstage zahlt die Krankenkasse in einem solchen Fall Pflegeunterstützungsgeld.

    Wie würden die Auffassung vertreten, dass eine Teilzeitmitarbeiterin, die an drei Tagen in der Woche arbeitet, wie eine Vollzeitkraft, die an fünf Wochentagen arbeitet, berechtigt ist, der Arbeit zwei Wochen lang jeweils an ihren drei Arbeitstagen - fernzubleiben und entsprechend auch hierfür ein Pflegeunterstützungsgeld durch die KK zu erhält.

    Für eine Antwort wären wir Ihnen sehr dankbar.

    mfg

    Wasserwirtschaft

  • 02
    RE: Arbeitsverhinderung nach § 2 Abs. 1 PflegeZG

    Guten Tag,
     
    das Pflegezeitgesetz gewährt jedem Beschäftigten das Recht, bei einer akut auftretenden Pflegesituation eines nahen Angehörigen bis zur Höchstdauer von 10 Arbeitstagen der Arbeit fernzubleiben. 

    „Arbeitstage“ im Sinne des Pflegezeitgesetzes sind nach unserem Verständnis die Tage, an denen der Arbeitnehmer zur Arbeit verpflichtet gewesen wäre, er dieser Verpflichtung aber aufgrund der Inanspruchnahme der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung nicht nachkommen konnte.
     
    Mitarbeitende erhalten auf Antrag für diesen Zeitraum einen Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt das Pflegeunterstützungsgeld von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen.
     
    Der Anspruch besteht jedoch nur, wenn der Beschäftigte für den Zeitraum der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber beanspruchen kann. Wird für diesen Zeitraum Arbeitsentgelt durch den Arbeitgeber gewährt (z.B. aufgrund tarifvertraglicher Regelungen), ruht der Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld. 

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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