Expertenforum - Arbeitsaufnahme nach Aussteuerung - erneut erkrankt

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  • 01
    Arbeitsaufnahme nach Aussteuerung - erneut erkrankt

    Hallo,


    ein Mitarbeiter ist 2021 erkrankt, Lohnfortzahlung endete am 29.05.2021. Aussteuerung Ende Krankengeld am 02.06.2021 (Ende wegen Ablauf der Leistungsdauer)

    Am 3.8.2022 hat der Mitarbeiter die Arbeit wieder aufgenommen und sich am 24.8.2022 wieder krankgemeldet. Laut seiner Aussage ist es die gleiche Erkrankung.

    Wie ist diese Konstellation zu beurteilen? Erhält der Mitarbeiter gleich wieder Arbeitslosengeld?

    Können Sie mir hier weiterhelfen?


    Vielen Dank im Voraus

  • 02
    RE: Arbeitsaufnahme nach Aussteuerung - erneut erkrankt

    Hallo PEAM,

    bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aufgrund der fehlenden Unterlagen zu Ihrer Sachverhaltsschilderung, keine konkrete Stellungnahme abgeben können.

    Aufgrund der „Wiederaufnahme der Beschäftigung“ wäre nach unserem Verständnis vordergründig zu klären, inwiefern sich hieraus eine Zahlungsverpflichtung des Arbeitgebers nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) ergeben könnte. Dieser Anspruch basiert auf rein arbeitsrechtlichen Regelungen. Unterstützung hierbei erhalten Sie u.a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) oder von Fachanwälten für Arbeitsrecht.

    Zum Anspruch auf Krankengeld erhalten Sie folgende grundsätzliche Informationen:

    Krankengeld wird während der Mitgliedschaft zeitlich unbegrenzt bezahlt, für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit jedoch für längstens 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren (§ 48 SGB V).

    Bei der Berechnung des Dreijahreszeitraums ist nach dem Grundsatz der starren Blockfrist vorzugehen: der - erstmalige - Eintritt der Arbeitsunfähigkeit setzt für die ihr zugrunde liegende Krankheit eine Kette aufeinander folgender Blockfristen in Gang, innerhalb derer wegen derselben Krankheit jeweils bis zu 78 Wochen Krankengeld bezogen werden kann. Für jede Krankheit, die nicht auf die dieselbe Erkrankung zurückzuführen ist, muss eine gesonderte Blockfrist gebildet werden. Es ist nicht erforderlich, dass die Zeiten der Arbeitsunfähigkeit zusammenhängend zurückgelegt sein müssen. Die Höchstbezugsdauer von 78 Wochen innerhalb von drei Jahren kann somit auch durch nicht zusammenhängende Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, die auf dieselbe Krankheit zurückzuführen sind, erreicht werden.

    Nach Ablauf der Blockfrist, in der der Versicherte für 78 Wochen wegen derselben Krankheit Krankengeld bezogen hat, lebt der Krankengeldanspruch wieder auf, wenn der Versicherte

    - bei Eintritt der erneuten Arbeitsunfähigkeit mit Anspruch auf Krankengeld versichert ist

    - in der Zwischenzeit nicht wegen dieser Krankheit mindestens sechs Monate arbeitsunfähig war, dabei ist es unerheblich, ob die Zeiten der Arbeitsunfähigkeit zusammenhängend zurückgelegt wurden, und

    - in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate erwerbstätig war oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden hat. Die geforderte Erwerbstätigkeit kann auch eine nicht versicherte (z.B. geringfügige) Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit sein. Die sechs Monate (bzw. 180 Kalendertage brauchen nicht durchgehend zu verlaufen. Auch bei einer oder mehreren Unterbrechungen reicht es aus, wenn insgesamt Arbeitsfähigkeit und Erwerbstätigkeit für 180 Kalendertage bestanden hat.

    Daher empfehlen wir der betroffenen Person, sich bezüglich der Klärung der Frage, ob ein erneuter Krankengeldanspruch besteht, mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen.

    Ob ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, kann nur durch die zuständige Agentur für Arbeit geklärt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     
     
     

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