Expertenforum - Antrag auf Befreiung RV-Pflicht in einem Minijob bei zwischenzeitlicher Sozialversicherungspflicht

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  • 01
    Antrag auf Befreiung RV-Pflicht in einem Minijob bei zwischenzeitlicher Sozialversicherungspflicht
    Stellt man einen Minijobber ein, der zuvor für denselben Arbeitgeber tätig war, ist ein erneuter Antrag auf Befreiung der Rentenversicherungspflicht zu stellen, wenn zwischen den beiden Beschäftigungen mehr als zwei Monate liegen.
    Wie verhält es sich, wenn man den Minijobber beispielsweise ab August eines Jahres sozialversicherungspflichtig umstellt (weil ab dem Zeitpunkt klar ist, dass die Grenzbeträge in einem Minijob im laufenden Jahr überschritten werden) und ab Januar des Folgejahres erneut die Anmeldung bei der Minijobzentrale erfolgt. Hier wurde das Arbeitsverhältnis nicht unterbrochen.
    Sollte ein erneuter Antrag nötig sein, ist dieser im Januar eines jeden Jahres erneut zu stellen, sollte dieses Procedere sich über mehrere Jahre hinweg wiederholen?
  • 02
    RE: Antrag auf Befreiung RV-Pflicht in einem Minijob bei zwischenzeitlicher Sozialversicherungspflicht
    Sehr geehrter Herr Möller,
     
    wurde die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht einmal durchgeführt, so ist eine Rückkehr in diesem Minijob zur Rentenversicherungspflicht nicht mehr möglich. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Befreiung für das gesamte Minijob-Beschäftigungsverhältnis gilt. Somit ist ein Wechsel von Minijobbern, die sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen haben zu einem rentenversicherungspflichtigen Minijob im Grunde nicht mehr möglich.
     
    Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gilt allerdings nur in dem aktuellen Minijob-Beschäftigungsverhältnis. Endet dieses Minijob-Beschäftigungsverhältnis, so endet auch die Befreiung von der Rentenversicherung. Übt der Arbeitnehmer dann anschließend einen neuen Minijob aus (ein neues Beschäftigungsverhältnis), so besteht ab Beginn des neuen Beschäftigungsverhältnisses wieder Rentenversicherungspflicht.
     
    Das bedeutet, dass bei einem neuen Beschäftigungsverhältnis der Minijobber rentenversicherungspflichtig wird. Wichtig dabei ist aber, dass zwischen den beiden Beschäftigungsverhältnissen eine Beschäftigungspause von mindestens zwei Monaten eingelegt werden muss, wenn die beiden Beschäftigungsverhältnisse bei demselben Arbeitgeber durchgeführt werden sollen.
     
    Wenn die Mitarbeiterin für vier oder fünf Monate ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei einem anderen Arbeitgeber ausübt, könnte sie im Anschluss bei Ihnen einen rentenversicherungspflichtigen Minijob ausüben. Werden die vier sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsmonate bei demselben Arbeitgeber ausgeübt, kann die Regelung nicht angewendet werden, da der Gesetzgeber dieses als einheitliches Beschäftigungsverhältnis wertet.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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