Expertenforum - Altersvollrentner als Minijobber mit Vertragswechsel

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Altersvollrentner als Minijobber mit Vertragswechsel
    Guten Tag,
    wir beschäftigen seit 2013 eine Minijobberin, die inzwischen Altersvollrentnerin ist (BGR 6500). Ende 2020 haben wir festgestellt, dass die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird und haben die Geringfügigkeit zum 31.10.2020 beendet. Für die Zeit vom 01.11.2020-31.01.2021 haben wir ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis geschlossen (BGR 0000). Ab 01.02.2021 soll die Mitarbeiterin wieder geringfügig beschäftigt werden. Mit welchem BGR müssen wir die Gehaltsabrechnungen erstellen: wie bisher 6500 oder weil es ein neuer Vertrag ist 6100?

    Vielen Dank für die Unterstützung bei der Beurteilung und freundliche Grüße aus Soest!


  • 02
    RE: Altersvollrentner als Minijobber mit Vertragswechsel
    Guten Tag,

    sofern im unmittelbaren Anschluss an eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber eine auf längstens drei Monate befristete Beschäftigung vereinbart wird, ist von der widerlegbaren Vermutung auszugehen, dass es sich um die Fortsetzung der bisherigen Beschäftigung handelt.

    Versicherungsfreiheit wegen Vorliegens einer kurzfristigen Beschäftigung kommt hier nur dann in Betracht, wenn es sich um Beschäftigungsverhältnisse handelt, die sich nach dem Inhalt des Arbeitsvertrages in wesentlichen Punkten (Arbeitszeit, Aufgabenstellung, Eingliederung in einen anderen Betriebsteil, Höhe des Arbeitslohns) voneinander unterscheiden. Gleiches gilt, wenn zwischen dem Ende der vorherigen Beschäftigung und dem Beginn der kurzfristigen Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber ein Zeitraum von mindestens zwei Monaten liegt.

    Endet die geringfügig entlohnte Beschäftigung – nach Ihrer Schilderung hatten Sie dies Ende 2020 ermittelt, Ende Oktober und unterscheiden sich die Arbeitsverträge nicht wesentlich, ist eine kurzfristige Beschäftigung ab November nicht möglich. Somit würde in Ihrem Fall ab dem 01.11.2020 Sozialversicherungspflicht eintreten. Es wären die Beitragsgruppen 3111 und die Personengruppe 120 (wenn die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht ist) oder die BGRU 3301 und PGRU 119 (wenn die Regelaltersgrenze bereits erreich wurde) zu melden.

    Wir empfehlen Ihnen daher die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Krankenkasse, um eine rechtsverbindliche Beurteilung der Beschäftigungen vornehmen zu lassen.

    Ein geringfügig entlohnter Altersrentner ist mit Erreichen der Regelaltersgrenze aufgrund der ab diesem Zeitpunkt gegebenen Rentenversicherungsfreiheit grundsätzlich auf den Beitragsgruppenschlüssel „6500“ um zu schlüsseln.
     
    Altersvollrentner, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, können jedoch auf ihren Antrag hin auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten. Dadurch wirkt sich der eigene Beitragsanteil – wie der ansonsten wirkungslos bleibende Arbeitgeberanteil – rentensteigernd aus. Somit wäre bei einem Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit der Beitragsgruppenschlüssel „6100“ zu verwenden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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