Expertenforum - Abrechnung eines Praktikantenvertrages derem Tätikeitszeit die vorgeschriebene Praktikumszeit überschreitet

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  • 01
    Abrechnung eines Praktikantenvertrages derem Tätikeitszeit die vorgeschriebene Praktikumszeit überschreitet
    Ein Student der bei einem privaten Universität in Spanien ein 2 jähriges Masterstudium absovliert ist für über 11 Wochen bei uns als Praktikant beschäftigt für ein mtl. Entgelt von 800 € .
    Vorgeschrieben in dem Studiengang sind nur 7,5 Wochen . Wie ist der Student abzurechnen - komplett als kurzfristige Beschäftigung oder für die 7,5 Wochen als Praktikant und danach die kurzfristige Beschäftigung für die restlichen Wochen. Wird für die restlichen Wochen das Entgelt von mt. 800 € ein Problem bezüglich Mindestlohn oder muss hier der Mindestlohn ab der 8 Wochen bezahlt werden. Oder kann das Entgelt von 800 € über das Pflichtpraktikum hinaus für die 11 Wochen gewährt werden ?
  • 02
    RE: Abrechnung eines Praktikantenvertrages derem Tätikeitszeit die vorgeschriebene Praktikumszeit überschreitet

    Hallo Abrechnungsstelle,

     

    vorgeschriebene Praktika liegen nur dann vor, wenn sie in einer Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung normiert sind. Die Verpflichtung zur Ableistung des Praktikums ist nachzuweisen. Von einem in diesem Sinne vorgeschriebenen Praktikum ist nicht nur für die in einer Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebene „Mindestdauer des Praktikums“ auszugehen, sondern darüber hinaus auch für den die Mindestdauer überschreitenden Zeitraum, wenn (weiterhin) ein Zusammenhang zwischen dem Praktikum und dem Studium besteht. Ein solcher Zusammenhang ist in aller Regel dann gegeben, wenn die Hochschule das Praktikum anerkennt (z. B. als Teil der Studien- oder Prüfungsleistung).

    Im Zweifelsfall muss dieser Zusammenhang nachgewiesen werden.

     

    Sofern es sich in Ihrem geschilderten Sachverhalt um ein vorgeschriebenes Praktikum mit einer vorgeschriebenen Mindestdauer handelt, ist bei Zahlung einer Praktikantenvergütung eine Meldung mit dem Personengruppenschlüssel „190“ zu erstellen. Umlagebeiträge zur U1 (bei Teilnahme des Betriebs am U1-Verfahren), U2 und Insolvenzumlage sine in einem solchen Fall abzuführen.

     

    Hiervon zu unterscheiden sind die Fälle, in denen die Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung keine Mindestdauer für ein Praktikum, sondern einen „festen Zeitraum“ (z. B. von drei Monaten) vorsieht.

    Wird ein Praktikum über diesen fest vorgeschriebenen Zeitraum hinaus fortgeführt, ist von diesem Zeitpunkt an nicht mehr von einem vorgeschriebenen Praktikum auszugehen; in der Konsequenz ergeben sich hieraus andere versicherungsrechtliche Folgen.

    Sofern die Voraussetzungen einer kurzfristigen Beschäftigung gegeben sind, kann diese grds. im „Verlängerungszeitraum“ des fest vorgegebenen Praktikumszeitraums ausgeübt werden.

     

    Ihre Fragen bezüglich des Mindestlohns betreffen das Arbeitsrecht.

    Wir bitten um Verständnis, dass wir zu Fragen des Arbeitsrechts in diesem Forum keine Stellungnahme abgeben können.

    Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen erhalten Sie u.a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer), Fachanwälten für Arbeitsrecht, in entsprechenden Internetplattformen

    (z.B. http://www.der-mindestlohn-wirkt.de) oder der Mindestlohn-Hotline unter der Nummer 030/60 28 00 28.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

     

     

     

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