Expertenforum - ab 2023 wieder unter der Beitragsbemessungsgrenze, was ist zu tun?

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  • 01
    ab 2023 wieder unter der Beitragsbemessungsgrenze, was ist zu tun?

    Hallo, auf Grund von dem Wegfall der Kinderzuschläge , liegt ein MA ab 2023 wieder unter der Beitragsbemessungsgrenze von 66.600 € . Ist hier lediglich der Beitragsgruppenschlüssel wieder von 9111 auf 1111 zu ändern oder sind hier noch weitere Schritte von uns einzuleiten? Muss der Arbeitnehmer ebenfalls diesen Sachverhalt der Krankenkasse melden ?

    Vielen Dank und viele Grüße

  • 02
    RE: ab 2023 wieder unter der Beitragsbemessungsgrenze, was ist zu tun?

    Hallo samtgemeinde1,

    da Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, bei der Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts zur Prüfung der Krankenversicherungspflicht/-freiheit außen vorbleiben, ist für uns nicht nachvollziehbar, wie durch den „Wegfall der Kinderzuschläge“ und der damit verbundenen Unterschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze Krankenversicherungspflicht eintreten kann.

    Grundsätzlich gilt für die Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts folgendes:

    Der Arbeitgeber hat die Prüfung, ob das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt seiner Arbeitnehmer die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, zu Beginn der Beschäftigung, bei jeder Veränderung des Entgelts und jeweils am Beginn eines neuen Kalenderjahres im Rahmen einer vorausschauenden Betrachtungsweise vorzunehmen.

    Zum „regelmäßigen“ Jahresarbeitsentgelt gehören alle Einnahmen, die nach § 14 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IV Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einmal jährlich gezahlt werden.
     
    Für die Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts gilt folgendes:
     
    In einer vorausschauenden Betrachtungsweise ist auf der Grundlage eines Zeitjahres (nicht Kalenderjahres) das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt zu ermitteln.
    Das monatliche Arbeitsentgelt wird (immer) mit zwölf multipliziert. Regelmäßige Einmalzahlungen (z.B. tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld) werden hinzugerechnet. Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, bleiben bei der Ermittlung außen vor.
     
    Die Krankenversicherungsfreiheit endet dann unmittelbar vor dem Zeitpunkt, von dem an die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht mehr überschritten wird, d.h. die Krankenversicherungspflicht setzt mit Beginn des Monats ein, von dem an das unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegende Arbeitsentgelt gezahlt wird.
     
    Sofern der Mitarbeiter gesetzlich krankenversichert ist, sind von Ihm durch den Wechsel des Versicherungsstatus (von Krankenversicherungsfreiheit zu Krankenversicherungspflicht) keine weiteren Schritte zu unternehmen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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