Expertenforum - 100 € Gutschein - ausgesteuerte Mitarbeiter

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Expertenforum

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  • 01
    100 € Gutschein - ausgesteuerte Mitarbeiter

    Guten Tag,


    im Jahr 2020 war es aufgrund von Corona nicht möglich, eine Jubilar-Feier für die Jubilare aus 2020 stattfinden zu lassen.

    Stattdessen sollten diese Kolleg*innen einen 100 € Gutschein erhalten. Dieser Gutschein wird seit September 2021 an die entsprechenden Mitarbeiter*innen ausgegeben.


    Wie verhält sich dieser Gutschein bei ausgesteuerten Mitarbeitern, die bereits Arbeitslosengeld oder eine Erwerbsminderungsrente erhalten?

    Dürfen ausgesteuerte Mitarbeiter*innen einen solchen Gutschein erhalten? Da es sich um eine Sachzuwendung handelt, die über der 44 €-Grenze liegt, wäre dieser zu versteuern und zu verbeitragen.


    Vielen Dank und viele Grüße

    D. Stegmaier

  • 02
    RE: 100 € Gutschein - ausgesteuerte Mitarbeiter

    Hallo D. Stegmaier,
     
    ein Gutschein im Wert von 100 €, der nach Ende des sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigungsverhältnisses an ausgeschiedene Mitarbeiter ausgezahlt wird, ist nach den Regelungen für Einmalzahlungen aufgrund der jeweiligen Verhältnisse im Einzelfall (ggf.) der Beitragspflicht in der Sozialversicherung zu unterwerfen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: 100 € Gutschein - ausgesteuerte Mitarbeiter

    Guten Tag,


    vielen Dank für Ihre Rückmeldung.


    Konkret geht es um einen Mitarbeiter, der in 2020 nach langzeitiger Erkrankung das Ende des Bezuges von Krankentagegeld erreicht hat und ausgesteuert wurde. Seither bezieht er Erwerbsminderungsrente oder Arbeitslosengeld. Ein Austritt hat nicht stattgefunden.


    Dürfen Mitarbeiter einen Gutschein erhalten, die aufgrund langer Krankheit ausgesteuert wurden?


    Freundliche Grüße

    Denise Stegmaier

  • 04
    RE: 100 € Gutschein - ausgesteuerte Mitarbeiter

    Hallo Frau Stegmaier,
     
    zunächst ist Ihre Frage, ob Mitarbeiter einen Gutschein erhalten „dürfen“, arbeitsrechtlicher Natur.
    Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums zu arbeitsrechtlichen Fragen keine Stellungnahme abgeben können.
     
    Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen erhalten Sie u.a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) oder Fachanwälten für Arbeitsrecht.
     
    In Fällen der von Ihnen geschilderten Art ist für den Bereich der Sozialversicherung folgendes zu beachten:
     
    das sozialversicherungsrechtliche (nicht arbeitsrechtliche) Beschäftigungsverhältnis eines Arbeitnehmers endet, wenn die Höchstbezugsdauer von Krankengeld (Aussteuerung) erreicht wird. Demzufolge ist bei Weiterbestehen des arbeitsrechtlichen Beschäftigungsverhältnisses spätestens zum Ablauf eines Zeitmonats nach Ende des Krankengeldanspruchs -z. B. bei Zubilligung einer Erwerbsminderungsrente- grundsätzlich eine Abmeldung mit dem Abgabegrund „34“ vorzunehmen.
    In den Fällen, in denen nach dem Ende des Krankengeldanspruchs das Arbeitsverhältnis zwar weiterhin noch besteht, der Arbeitnehmer allerdings Arbeitslosengeld erhält, ist die Monatsfrist nicht anzuwenden. Hier ist eine Abmeldung zum letzten Tag des Krankengeldbezugs mit dem Abgabegrund „30“ zu übermitteln.
     
    Insofern wurde in Ihrem Sachverhalt das Beschäftigungsverhältnis des Mitarbeiters nach den vorstehenden Regelungen sozialversicherungsrechtlich beendet.
     
    Wird eine Einmalzahlung (z.B. ein „Gutschein“) nach dem (sozialversicherungsrechtlichen) Ende eines Beschäftigungsverhältnisses gezahlt, erfolgt die Zuordnung grundsätzlich zum letzten Entgeltabrechnungszeitraum im laufenden Kalenderjahr.
     
    Sofern das sozialversicherungsrechtliche Beschäftigungsverhältnis - wie in Ihrem Sachverhalt - bereits im Jahr 2020 geendet hat und die Ausgabe des Gutschein erst im September 2021 erfolgte, kann diese Einmalzahlung keine Beitragspflicht auslösen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     
     
     

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