Sozialversicherungsbeiträge während der Corona-Krise – Stundung wird wieder vereinfacht möglich

Für Unternehmen, die vom Teil-Shutdown betroffen sind, gelten im November erneut vereinfachte Stundungsregeln für Sozialversicherungsbeiträge. Unternehmen, die in Zahlungsschwierigkeiten stecken, können hier einen Antrag herunterladen.

Hilfe für Unternehmen in der Krise

Bis die beschlossenen Wirtschaftshilfen bei den vom Teil-Shutdown im November betroffenen Unternehmen greift, kann es zu Liquiditätsengpässen kommen. Um diese Unternehmen bei ihren Beitragszahlungsverpflichtungen zu entlasten, hat der GKV-Spitzenverband beschlossen, die Stundungsregeln wie im Frühjahr zu vereinfachen:  

  • Auf Antrag des vom Teil-Shutdown betroffenen Arbeitgebers können die Beiträge für den Ist-Monat November 2020 gestundet werden.
  • Die Stundungen können längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Dezember 2020 gewährt werden.
  • Einer Sicherheitsleistung bedarf es für die Stundungen nicht.
  • Stundungszinsen werden nicht berechnet.
  • Bei bestehenden Ratenzahlungsvereinbarungen, die angesichts der aktuellen Situation im November 2020 nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können, kann nachjustiert werden.

Hat das Unternehmen Kurzarbeit beantragt gilt: die Stundung der Beiträge zur Sozialversicherung endet, sobald der Arbeitgeber die Erstattung für diese Beiträge von der Agentur für Arbeit erhält. Die Beiträge, die für den Ist-Monat November 2020 auf das Kurzarbeitergeld entfallen, muss das Unternehmen nach Erstattung durch die Agentur für Arbeit unverzüglich an die Einzugsstellen weiterleiten.

Stundung und Ratenzahlung vereinbaren

Die vereinfachten Stundungsregeln für Sozialversicherungsbeiträge während der akuten Corona-Krise galten für Anträge bis zum 30. September 2020 und gelten jetzt wieder für den Monat November.

Im Video erklärt AOK-Sozialversicherungsexperte Klaus Herrmann die Regeln für den Beitragsmonat November.

Beitragsansprüche dürfen nur gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für den Anspruchsgegner verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Eine solche Härte liegt vor, wenn sich der Arbeitgeber aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse vorübergehend in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befindet oder bei der sofortigen Einziehung in diese geraten würde.

Als Nachweis ist eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers in aller Regel ausreichend. Sie muss verdeutlichen, dass  sich das Unternehmen angesichts des angeordneten Teil-Shutdowns zunächst in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befindet, insbesondere erhebliche Umsatzeinbußen erlitten hat, und die angekündigten Wirtschaftshilfen zwar beantragt wurden, diese jedoch noch nicht zugeflossen sind.

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Expertenforum zum Thema Stundung

Im Jahreswechsel-Spezial Trends& Tipps 2021 haben Sie die Möglichkeit im Expertenforum zum Thema Stundung Ihre Fragen zu stellen.

Freiwillig versicherte Arbeitnehmer

Beiträge für freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer zur Kranken- und Pflegeversicherung im sogenannten Firmenzahlerverfahren gelten bei Stundung der anderen Beiträge ebenfalls als gestundet.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 18.11.2020

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