Sozialversicherungsbeiträge während der Corona-Krise – Stundung möglich

Die vereinfachten Stundungsregeln für Sozialversicherungsbeiträge während der Krise sind ausgelaufen. Unternehmen, die in Zahlungsschwierigkeiten stecken, kommt die AOK aber weiterhin unbürokratisch entgegen.

Hilfe für Unternehmen in der Krise

Die Corona-Krise bringt immer noch viele Unternehmen in Bedrängnis. Kann ein Arbeitgeber aufgrund der aktuellen Situation seine Beiträge nicht zahlen, können die Firmen beantragen, Beiträge zu stunden oder in Raten zu zahlen. Unternehmen in Schwierigkeiten sollten schnellstmöglich mit der AOK Kontakt aufnehmen.   

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AOK-Podcast: Stundung von Beiträgen

AOK-Experte Klaus Herrmann erklärt wie Arbeitgeber, die aufgrund der aktuellen Situation ihre SV-Beiträge nicht zahlen können, eine Stundung oder eine Ratenzahlung vereinbaren können.

Ratenzahlung weiter möglich

Voraussetzung für eine Stundung ist, dass die Unternehmen die Entlastungsmöglichkeiten durch Kurzarbeitergeld und sonstige Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen, die als Schutzschirme aktuell von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden, nutzen. Die dadurch den Unternehmen zur Verfügung stehenden Mittel sind nach entsprechender Gewährung auch für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge einschließlich der bis dahin gestundeten Beiträge zu verwenden.

Auf Antrag des Arbeitgebers bei der AOK konnten die Beiträge für März bis Mai 2020 in einem vereinfachten Verfahren gestundet werden – ohne Sicherheitsleistungen und Säumniszuschläge. Ab dem Beitragsmonat Juni gelten jetzt wieder die üblichen Regeln für die Stundung oder Ratenzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. 

Bis zum 30. September 2020 sind außerdem weitere Vereinfachungen bei der Stundung für Arbeitgeber, die von der aktuellen Corona-Pandemie unmittelbar und nicht unerheblich betroffen sind, möglich. So sind keine Sicherheitsleistungen nötig, wenn die Beiträge vor der Pandemie vollständig und rechtzeitig entrichtet wurden. Sprechen Sie dazu Ihre AOK vor Ort an.

Freiwillig versicherte Arbeitnehmer

Beiträge für freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer zur Kranken- und Pflegeversicherung im sogenannten Firmenzahlerverfahren gelten weiterhin bis 30. September 2020 bei Stundung der anderen Beiträge ebenfalls als gestundet.   

Stundung auch für Selbstständige möglich

Die Stundungsmöglichkeiten gelten auch für freiwillig versicherte Selbstständige. Dabei wird vor einer Stundung immer geprüft, ob eine Beitragsermäßigung wegen eines krisenbedingten Gewinneinbruchs in Betracht kommt. Die Hürden hinsichtlich der erforderlichen Nachweise wurden dabei gesenkt. Es ist eine Erklärung eines Steuerberaters oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung oder auch eine glaubhafte Erklärung des Selbstständigen über erhebliche Umsatzeinbußen ausreichend. 

Bestehen bereits Stundungsvereinbarungen mit Ratenzahlungen, so können diese vorübergehend ausgesetzt werden. Leistungen werden in diesen Fällen dennoch gewährt. Jeder Einzelfall wird individuell beurteilt. Versicherte stellen am besten formlos einen Antrag. Darin sollten sie konkret begründen, wodurch es zu Einbußen kommt und wie hoch der geschätzte Gewinn des Selbstständigen aktuell ist. Die vorübergehende Beitragsfestsetzung erfolgt dann in der gesetzlichen Mindeststufe. Wenn sich die Einkommenslage wieder bessert, sollte der Selbstständige rechtzeitig seine Krankenkasse informieren, um nachträgliche Beitragsnachberechnungen zu vermeiden.

AOK Sachsen-​Anhalt als Partner

Anträge auf Ratenzahlungen können bei der AOK Sachsen-Anhalt mit den folgenden Formularen beantragt werden.

Weitere Informationen erhalten Arbeitgeber und Selbständige unter der kostenfreien Servicenummer 0800 226 5354. Ihre persönlichen Ansprechpartner sind auch weiterhin gern für Sie da.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 13.07.2020

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