Kurzarbeitergeld erhöht und leichter zugänglich

Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Um die Folgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer abzufedern, hat der Gesetzgeber weitere Erleichterungen und die Erhöhung des Kurzarbeitergelds beschlossen.

Neue Regeln entlasten Unternehmen

Am 15. Mai haben Bundestag und Bundesrat mit dem „Arbeit-von-Morgen-Gesetz“ und dem Sozialschutzpaket II weitere Erleichterungen bei der Kurzarbeit beschlossen. Bereits im März wurde ein Gesetz erlassen, das die Bundesregierung per Verordnung zu verschiedenen Maßnahmen ermächtigt, die Arbeitgebern einen einfacheren Zugang zu Kurzarbeitergeld ermöglichen. Das so genannte "Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld" passt die bisherigen Regelungen zur Kurzarbeit an die aktuelle Krisen-Situation an.

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Online-Seminar als Video: Corona-Virus und Kurzarbeit

Im Video erfahren Arbeitgeber unter anderem, welche sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten beim Beantragen von Kurzarbeit bestehen.

Das ändert sich bei Kurzarbeit

Die neuen Gesetze sehen folgende Maßnahmen vor, um Betriebe und Arbeitnehmer während der Corona-Krise kurzfristig zu unterstützen:

  • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10  Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Schwelle lag bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.
  • Die Laufzeit des Kurzarbeitergelds kann von der Bundesregierung in krisenhaften Situationen Branchen- oder Regionen-übergreifend auf maximal 24 Monate verlängert werden.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergelds wird vollständig oder teilweise verzichtet.
  • Auch Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Bezieher von Kurzarbeitergeld, die während des Arbeitsausfalls eine Nebentätigkeit in systemrelevanten Branchen aufnehmen, wird das Einkommen daraus ab April 2020 nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.
  • Ab dem 1. Mai bis Ende Dezember 2020 wird die Hinzuverdienstgrenze während des Bezugs von Kurzarbeitergeld erhöht. Die Grenze liegt bei der vollen Höhe des Monatseinkommens ohne Kurzarbeit.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, erstattet die Bundesagentur für Arbeit nun vollständig. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen.
  • Das Kurzarbeitergeld für Beschäftigte, deren Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert ist, steigt ab dem vierten Monat auf 70 Prozent (77 Prozent mit Kindern) und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent mit Kindern) des Nettolohns. Dies gilt bis zum Jahresende 2020. Bisher lag das Kurzarbeitergeld bei 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.

Arbeitgeber müssen die Details des Kurzarbeitergelds mit der Agentur für Arbeit klären.

Agentur für Arbeit
Kurzarbeitergeld beantragen

Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Diese prüft dann, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind.

Kurzarbeit und Entgeltfortzahlung

Erkranken Arbeitnehmer während der Kurzarbeit, erhalten sie von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld als Entgeltfortzahlung. Beginnt die Arbeitsunfähigkeit vor der Kurzarbeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld in Höhe des jeweiligen Kurzarbeitergelds, solange Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht. Ausschlaggebend dafür, ob bei Arbeitsunfähigkeit die Krankenkasse oder die Agentur für Arbeit für die Erstattung des Kurzarbeitergelds an den Arbeitgeber zuständig ist, ist der Beginn der Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds. Diese Bezugsdauer beginnt immer mit dem ersten Tag des Kalendermonats, für den in einem Betrieb Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber gezahlt wird.

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Kurzarbeit und Krankheit

Wird ein Beschäftigter während Kurzarbeit oder Schlechtwetterzeit arbeitsunfähig, bestimmen der Zeitpunkt der Erkrankung und der Beginn der Kurzarbeit, wie es finanziell weitergeht. Der Beschäftigte erhält dann Entgeltfortzahlung, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 25.05.2020

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