Sozialversicherung: kurz notiert im April

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Flexible Beschäftigung von Saisonarbeitern * Grenzgänger und Entsendete

Kurzfristige Beschäftigung: Saisonarbeiter und Aushilfen bleiben länger sozialversicherungsfrei

Aktuell startet die Spargelsaison und mit ihr normalerweise die Zeit der Erntehelfer, die als Sai­son­kräf­te nach Deutschland kommen. In diesem Jahr ist allerdings alles anders und deutlich weniger als die benötigte Anzahl an Erntehelfern, etwa aus Polen und Rumänien, können aufgrund der geschlossenen Gren­zen ein­rei­sen.

Um den zu erwartenden Engpass bei den Saisonarbeitern abzumildern, werden die Regelungen nun flexibler gestaltet. Bis Ende Oktober bleiben Saisonarbeitskräfte und kurzfristig Beschäftigte insgesamt fünf Monate beziehungsweise 115 Arbeitstage lang sozialversicherungsfrei. Nor­ma­ler­wei­se gilt eine Grenze von 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr. Darüber hinaus werden Hin­zu­ver­dienst­gren­zen für Altersrentner in der gesetzlichen Rentenversicherung von 6.300 Euro auf 44.590 Euro angehoben, um die Arbeit als Erntehelfer finanziell attraktiver zu gestalten. Die Re­ge­lung gilt bis 31. Oktober 2020. Auch die Anrechnungsfreigrenzen für Beschäftigte, die Kurz­ar­bei­ter­geld beziehen und bei der Ernte aushelfen wollen, werden ausgeweitet.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Corona-Themenseite auf dem AOK-Fach­por­tal für Arbeitgeber.

Keine Auswirkungen für Grenzgänger und Entsendete

Wenn Beschäftigte in der Corona-Krise durch Grenzschließungen vorübergehend von zu Hause arbeiten, hat das keine Auswirkungen auf das anzuwendende Sozialversicherungsrecht. Das hat der GKV-Spitzenverband in einem Rundschreiben präzisiert.

Für Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland, die in Deutschland arbeiten, gilt das deutsche So­zi­al­ver­siche­rungs­recht. Daran ändert sich nichts, wenn sie vorübergehend ihre Tätigkeit ganz oder teil­wei­se von zu Hause verrichten. Sollte es von den Behörden des Mitgliedsstaats gefordert werden, ist die Ausstellung einer A1-Bescheinigung möglich.

Für Personen, die normalerweise in einem EU-Mitgliedstaat tätig sind, zurzeit aber ihre Arbeit in ihrem Heimatort in Deutschland erledigen, gilt umgekehrt dasselbe. Ausgestellte A1-Be­schei­ni­gun­gen bleiben für die Zeit der Corona-Krise weiterhin gültig.

Was bei der Unterbrechung oder Verschiebung einer Entsendung gilt, lesen Sie auf der Corona-Themenseite.

Stand

Erstellt am: 14.04.2020

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