Expertenforum - Werkstudent und kurzfristige Beschäftigung

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Werkstudent und kurzfristige Beschäftigung
    Hallo Expertenteam,

    ein Student über folgende Beschäftigungen aus:
    Arbeitgeber A: geringfügige Beschäftigung (dauerhaft)
    Arbeitgeber B: Beschäftigung als Werkstudent (dauerhaft)
    Kann er bei Arbeitgeber C eine kurzfristige Beschäftigung in den verlängerten Semesterferien bzgl. Corona (Zeitraum 2 Monate, dieses Kalenderjahr wurde noch keine kurzfristige Beschäftigung ausgeübt) ausüben und wenn ja: Wird die kurzfristige Beschäftigung zu der Prüfung maximal 26 Wochen über 20 Stunden mitgezählt?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe
  • 02
    RE: Werkstudent und kurzfristige Beschäftigung
    Guten Tag,
     
    grundsätzlich liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor, wenn die Beschäftigung gelegentlich und nicht berufsmäßig ausgeübt wird und im Laufe eines Kalenderjahres auf eine Dauer von maximal drei Monaten oder 70 Arbeitstagen begrenzt ist. Hierbei werden ggf. vorher ausgeübte Beschäftigungen angerechnet.

    Ein Student, der im Laufe eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals eine befristete Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausübt, ist vom Erscheinungsbild nicht mehr als ordentlich Studierender, sondern als Beschäftigter anzusehen. Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20-Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt. Außerdem darf das Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten.

    Der Jahreszeitraum zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird.

    Anzurechnen sind alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum, in denen – unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber oder bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden. Eine Zusammenrechnung von geringfügig entlohnten mit kurzfristigen Beschäftigungen ist nicht vorgesehen.

    Sofern in dem von Ihnen beschriebenen Sachverhalt nach den oben aufgeführten Grundsätzen tatsächlich keine weiteren Vorbeschäftigungszeiten vorliegen, kann die nun ausgeübte kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei beurteilt werden, wenn die 26 Kalenderwochen mit mehr als 20 Wochenstunden nicht überschritten wird, da die Zeiten der kurzfristigen Beschäftigungen mitgezählt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

     
Kontakt zur AOK Rheinland-Pfalz/Saarland AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Haben Sie Fragen? Gerne setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.