Expertenforum - Minijob

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Minijob
    Sehr geehrtes Expertenteam,
    ein Minijobber (Gehalt € 450 monatlich) hat wegen eines unvorhersehbaren Ereignisses (= Krankheitsvertretung) in 5/2020 und 9/2020 und 10/2020 Überstunden geleistet. Können in 11/2020 und 12/2020 aus dem gleichen Grund weitere Überstunden im Rahmen des Minijobs abgerechnet werden oder entsteht ein SV-pflichtiges Beschäftigungsverhältnis?
    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
  • 02
    RE: Minijob
    Guten Tag,
     
    im Rahmen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung ist ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten (3 Monate) der Arbeitsentgeltgrenze unschädlich und führt trotz Überschreitung der jährlichen Entgeltgrenze von 5.400 EUR nicht zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
     
    Für den Zeitraum von März bis Oktober 2020 gilt wegen der Corona-Krise ein längerer Zeitraum von fünf Monaten, in dem wider Erwarten mehr als 450 Euro monatlich verdient werden dürfen, wenn es sich um ein gelegentliches unvorhergesehenes Überschreiten handelt. Unvorhersehbar ist zum Beispiel Mehrarbeit, die sich ergibt, weil andere Arbeitnehmer krankheitsbedingt ausfallen oder aufgrund der Corona-Pandemie aus anderen Gründen (u.a. Quarantäne) nicht arbeiten können. Es entsteht dann ausnahmsweise keine Sozialversicherungspflicht.
     
    Eine Dokumentation in den Entgeltunterlagen ist jedoch unbedingt erforderlich.
     
    Für die Zeit ab 01.11.2020 gelten für geringfügig entlohnte und auch kurzfristige Beschäftigungen wieder uneingeschränkt die Ausführungen in den Geringfügigkeits-Richtlinien in der Fassung vom 21.11.2018.
     
    Nach Ihrer Schilderung besteht ab 01.11.2020 Sozialversicherungspflicht, da die Voraussetzungen einer geringfügigen Beschäftigung – unseres Erachtens – nicht mehr gegeben sind. Wird die monatliche Verdienstgrenze ab dem 01.11.2020 überschritten, darf dies nicht in mehr als 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres passieren, damit ein gelegentliches Überschreiten vorliegt. Der 12-Monats-Zeitraum endet immer mit dem Ende des Entgeltabrechnungsmonats, in dem ein unvorhersehbares Überschreiten vorliegt und beginnt 12 Monate vorher. In Ihrem Sachverhalt würde die Frist daher für den Monat November 2020 vom 01.12.2019 bis 30.11.2020 verlaufen. Innerhalb des maßgebenden 12-Monats-Zeitraums (01.12.2019 bis 30.11.2020) hat bereits in den Monaten Mai, September und Oktober 2020 ein nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze vorgelegen. Im Monat November 2020 liegt somit kein gelegentliches (für die Zeit ab 1.11. maximal dreimaliges) Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze mehr vor.
     
    Wir empfehlen Ihnen Kontakt mit der Minijob-Zentrale aufzunehmen, denn diese kann Ihnen eine verbindliche Auskunft, unter Vorlage aller Beschäftigungszeiten und Arbeitsentgelte geben.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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