Schluss mit Stress-Essen im Job

Morgens ein Schoko-Croissant auf dem Weg, zum Mittagessen schnell eine Pizza, nachmittags Kekse: Wer gestresst ist, greift häufiger zu ungesundem Es­sen. Den Arbeitsstress für Beschäftigte zu reduzieren, ist sicher die erste und beste Methode, um ein entspanntes Essverhalten zu fördern. Ganz vermeiden lassen sich anstrengende Arbeitsphasen aber meist nicht. Wie Führungskräfte ihr Team dann trotzdem bei einer gesunden Ernährung unterstützen können, erklärt Diplom-Oecotrophologin Astrid Donalies von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

„Wer ausgewogen isst, arbeitet produktiver“

Frau Donalies, in beruflichen Stressphasen greifen viele Menschen laut Studien  zu ungesunden Snacks wie Schokolade oder Chips. Warum ist das so?

Stress und hohe Anforderungen im Job setzen Menschen unter Druck. In solchen Momenten grei­fen wir gern zu einem Eis oder einem Schokoriegel, um den Stress zu kompensieren. Im Körper passiert dabei Folgendes: Die Stresssituation führt dazu, dass Hormone wie Adrenalin ausgeschüttet werden. Die verbrauchte Energie will sich der Körper dann möglichst schnell zu­rückholen. Deshalb verlangt er nach süßem und fettigem Essen. Verantwortlich für den Heiß­hunger ist das Hormon Cortisol, das sich nur langsam über die Leber abbaut.

Wie beeinflusst das die Gesundheit der Beschäftigten?

Gerade nach dem Verzehr von Süßem steigt der Blutzuckerspiegel steil an, kurzfristig auch die Leistung. Doch das währt nicht lange; wir werden schnell müde und wieder hungrig. Das kann ein Teufelskreis werden. Süßigkeiten enthalten häufig auch viel Fett. Das führt zu einer erhöhten Energieaufnahme, wodurch das Körpergewicht langfristig steigen kann. Damit erhöht sich das Risiko für Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem ist Zucker ein leerer Energieträger, sättigt nicht und enthält weder Vitamine noch Mineralstoffe.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress: Während die einen weniger essen, ent­wi­ckeln andere einen regelrechten Heißhunger. Wie können Arbeitgeber den Arbeitsalltag gestalten, um für ein normales Essverhalten in Stressphasen zu sorgen?

Am besten achten Arbeitgeber darauf, dass Mitarbeiter Pausen machen und nicht nur nebenbei essen: Die Einhaltung von – ausreichend langen – Pausen ist nicht nur arbeitsrechtlich geregelt, sondern sorgt auch dafür, dass Beschäftigte gesünder und produktiver sind. Gibt es keine Kan­ti­ne, können Arbeitgeber einen Pausenraum mit angenehmer Atmosphäre anbieten, etwa mit be­que­men Sitzgelegenheiten und einem warmen Licht. Dort können die Beschäftigten in Ruhe ihre Mahlzeiten einnehmen und die Mittagspause auf Distanz zu ihrem Arbeitsplatz verbringen. Das hilft, um abzuschalten und den Kopf wieder freizubekommen. Außerdem können sie so be­wuss­ter essen, was den Genuss fördert, den Körper entspannt und das Körpergewicht reguliert.

Und wenn es doch mal zwischendurch zu Heißhunger kommt?

Für diese Fälle ist es sinnvoll, gesunde Snacks bereitzustellen. Hier bieten sich zum Beispiel un­ge­sal­ze­ne Nüsse, ein Obstkorb, fettarme Milchprodukte wie Joghurt mit 1,5 bis 1,8 Prozent Fett oder Buttermilch an.

Welche Effekte zeigen sich, wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zu gesunden, stressfreien Mahlzeiten motivieren?

Die Wahrnehmung von Körpersignalen wie Hunger und Sättigung bessert sich schrittweise. Stellt sich weniger Heißhunger ein, sinkt die Gefahr einer zu hohen Energiezufuhr. Das wirkt sich po­si­tiv auf das Gewicht aus und hilft, Krankheiten vorzubeugen. Doch nicht nur die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden der Beschäftigten profitieren. Auch die Leistungsfähigkeit erhöht sich. Denn eine ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für produktives und konzentriertes Arbeiten.

Was können Arbeitgeber allgemein tun, um eine gesunde Ernährung zu fördern?

Arbeitgeber können sehr viel tun, um Beschäftigte zu gesundem Essen zu motivieren – ein paar Beispiele:

  • In der Kantine eine gesundheitsfördernde Verpflegung für die Mitarbeiter anbieten. Hier eignet sich zum Beispiel eine Auswahl aus Gemüse, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Salat, magerem Fleisch und einmal pro Woche Seefisch.
     
  • Damit die Beschäftigten ausreichend trinken, sind ein Wasserspender oder Flaschen mit Mi­ne­ral­was­ser sinnvoll.
     
  • Die Teeküche statten Arbeitgeber am besten mit den wichtigsten Küchenutensilien aus, etwa Messer, Schneidebretter und Schüsseln. So können sich die Beschäftigten kleine Mahlzeiten frisch zubereiten.
     
  • Arbeitgeber können sich mit Essensgutscheinen an der Mittagsverpflegung der Mitarbeiter beteiligen, die zum Beispiel in der Kantine eingelöst werden können – das kann Beschäftigte motivieren, eher zum teureren Salat zu greifen anstatt zum günstigen Schokoladenriegel.

Darüber hinaus hilft es, das Ernährungswissen der Mitarbeiter gezielt zu fördern, zum Beispiel mit einem Vortrag zu „Gesundem Essen bei wenig Zeit“ oder Workshops mit einem zertifizierten Ernährungsberater.

So unterstützt die AOK

Die Ernährungswissenschaftler der AOK entwickeln mit Unternehmen individuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungs- und Trinkgewohnheiten ihrer Mitarbeiter. Kontaktieren Sie ein­fach Ihren AOK-Experten. Hier finden Sie die Kontaktdaten.

Auf dem AOK-Fachportal für Arbeitgeber finden Sie außerdem übersichtlich die wichtigsten In­for­ma­ti­o­nen rund um das Thema „Gesundes Essen bei der Arbeit“.

Beim Einkaufen fängt die Entscheidung für eine gesunde Ernährung an. Mit der App „AOK Ge­sund Einkaufen“  sind Nutzer dafür bestens gerüstet. Sie hilft, sehr zucker-, fett- oder salz­hal­tige Produkte mittels einer Nährwertampel zu erkennen und so gar nicht erst zu kaufen. Mit dem sogenannten Zucker-Scanner können Lebensmittel direkt auf „versteckten“ Zucker durchleuchtet werden.

Stand

Erstellt am: 15.09.2020

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