Expertenforum - Lohnfortzahlung bei chronischer Erkrankung

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Expertenforum

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Lohnfortzahlung bei chronischer Erkrankung
    Hallo, habe eine MA, die an Rheuma leidet und jeden Monat ca 3-4 Tage deswegen ausfällt. Ich habe hier doch nur die Möglichkeit, nach 42 zusammengezählten Krankheitstagen, die Lohnfortzahlung einzustellen für die Krankheitstage, oder ? Und es beginnt jedes Jahr von Neuem, oder? Oder gibt es möglicherweise bei chronischen Leiden andere Regelungen für Arbeitgeber?

    Danke für eine Antwort, vG
  • 02
    RE: Lohnfortzahlung bei chronischer Erkrankung
    Hallo AD,
     
    wird eine Mitarbeiterin erneut wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig, für die sie bereits Entgeltfortzahlung erhalten hat, kommt innerhalb eines einheitlichen Arbeitsverhältnisses eine Anrechnung der früheren Bezugszeiten in Betracht.
    Die Frage, ob die Ursache der wiederholten Arbeitsunfähigkeit „dieselbe Krankheit“ oder zumindest dieselbe Krankheitsursache war, ist aus medizinischer Sicht zu beurteilen.
    Dabei ist als „dieselbe Krankheit“ auch eine solche zu verstehen, die zwar nicht ununterbrochen bestand, aber auf derselben Krankheitsursache beruht.
    Ohne Rücksicht hierauf gilt allerdings der Ursachenzusammenhang nach Ablauf bestimmter Fristen (Sechs-Monats-Zeitraum; Zwölf-Monats-Zeitraum) als gelöst.
     
    Wird die Arbeitnehmerin wegen derselben Krankheit wiederholt arbeitsunfähig, erhält sie während der erneuten Arbeitsunfähigkeit das Arbeitsentgelt für weitere sechs Wochen. Das setzt aber voraus, dass sie vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war.
     
    Sofern bei Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit allerdings festgestellt wird, dass seit dem Beginn der 1. Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit eine Frist von 12 Monaten abgelaufen ist, entsteht sofort ein neuer 6-wöchiger Entgeltfortzahlungsanspruch.
     
    Eine spezielle Vorschrift, die bei chronischen Erkrankungen eine andere Vorgehensweise vorschreibt, gibt es im Bereich der Entgeltfortzahlung nicht.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     
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