Betriebliche Gesundheit im Oktober

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Zwischenmenschliche Kompetenzen * Sitzen und Bewegung * Diskriminierung * Digitalen Stress mindern

Teamgeist ist ebenso wichtig wie Fachwissen

Sogenannte weiche berufliche Kompetenzen (Soft Skills) werden in der digitalen Arbeitswelt im­mer relevanter. Das heißt: Im Arbeitsalltag kommt es nicht nur auf Fachwissen wie etwa Pro­gram­mier­spra­chen oder Kenntnisse für erfolgreiches Social-Media-Marketing an. Auch die persönliche und zwischenmenschliche Ebene zählt. Gefragt sind vor allem Kompetenzen wie etwa Kreativität, kritisches Denken und Konfliktmanagement, die Automatisierung und künstliche Intelligenz er­gän­zen müssen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Trendstudie der IUBH In­ter­na­ti­o­na­len Hoch­schule in Erfurt mit mehr als 1.200 Teilnehmern. Insbesondere die Fähigkeit, mit Kon­flik­ten umzugehen, ist zunehmend gefragt: 43,6 Prozent der Befragten glauben, dass diese Kom­pe­tenz wichtig für den Joballtag ist. Hilfreich ist aus ihrer Sicht zudem, Probleme lösen und im Team arbeiten zu können (42,3 und 39,2 Prozent). In der Führungsetage wiederum werden andere Soft Skills relevanter: Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte findet es wichtig, ihre Mit­ar­bei­ter dabei zu unterstützen, ihre Kenntnisse weiterzuentwickeln – sei es etwa im Umgang mit einer bestimmten Software oder bei der Fähigkeit zum kritischen Denken. Ein Drittel möchte in der La­ge sein, Stress vorzubeugen, und fast genauso viele Befragte wollen lernen, Aufgaben zu de­le­gie­ren.

Gerade in der Corona-Pandemie ist es wichtig, dass sich Beschäftigte auch auf der persönlichen Ebene unterstützen. Lesen Sie hier, wie Sie erkennen, ob ein Kollege oder Mitarbeiter in einer Krise steckt.

Mehr Dynamik am Arbeitsplatz

Welche Maßnahmen für mehr Bewegung bei vornehmlich sitzenden Tätigkeiten sorgen können, haben Wissenschaftler in einem aktuellen Workshop der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Bundesministerium für Forschung und Bildung erarbeitet. Generell raten die Experten zu einem Wechsel aus Sitzen, Stehen und Bewegung. Besonders sinnvoll sind dynamische Arbeitsstationen wie sogenannte Deskbikes. Das sind spezielle Fahrradergometer, mit denen sich Bildschirmarbeit und leichte Bewegung kombinieren lassen. Integrierte Rollen er­mög­li­chen einen flexiblen Einsatz an jedem höhenverstellbaren Schreibtisch. Die Höhe des Sattels kann ebenso individuell angepasst werden wie die Intensität bei der Nutzung, welche durch die stu­fen­lo­se Einstellung des Tretwiderstands reguliert wird.

Daneben zeigen aber auch kleinere Maßnahmen Wirkung. Die Experten empfehlen zum Beispiel, den Drucker möglichst weit entfernt vom Arbeitsplatz zu positionieren, Arbeitsbesprechungen im Stehen abzuhalten, beim Telefonieren aufzustehen und E-Mails an Kollegen durch persönliche Gespräche zu ersetzen. Auch kann der Einsatz eines Schrittzählers Beschäftigte motivieren, sich mehr zu bewegen. Ein gesunder Erwachsener sollte in der Regel rund 7.000 bis 8.000 Schritte pro Tag gehen.

Langes Sitzen in der gleichen Haltung belastet den Körper und sorgt für Verspannungen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Mitarbeiter bei einem gesünderen Sitzverhalten unterstützen können. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg bietet Unternehmen zahlreiche Hilfsmittel an, um mehr Bewegung in den Berufsalltag zu integrieren: Vom virtuellen Trainer für gesunde Minipausen „froach“ über den Schrittzählerwettbewerb „Schritt4fit“ bis zur Ausbildung von betriebsinternen Bewegungsscouts reichen die Möglichkeiten. Hier finden Sie weitere Informationen.

Benachteiligung nicht-he­te­ro­se­xu­el­ler Menschen im Job

Auch wenn die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit verschiedenen sexuellen Ori­en­tie­run­gen immer weiter steigt, erleben nicht-heterosexuelle Beschäftigte am Arbeitsplatz noch im­mer Diskriminierung. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirt­schafts­for­schung und der Universität Bielefeld hervor. So berichten 30 Prozent der homo- und bisexuellen Menschen, dass sie sich im Arbeitsleben benachteiligt sehen. Betroffene fühlen sich zum Beispiel bei Beförderungen oft übergangen und haben den Eindruck, ihre sexuelle Ori­en­tie­rung geheim halten zu müssen. Unter den Transmenschen empfinden sogar mehr als 40 Prozent so. Das wirkt sich negativ auf ihre seelische Gesundheit, ihr soziales Wohlbefinden und ihre Le­bens­zu­frie­den­heit aus und geht oft mit einem Leistungsabfall im Job einher.

Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung ist, dass homo- und transsexuelle Menschen oft hohe berufliche Qualifizierungen mitbringen. Der Anteil der Fach- oder Hochschulabsolventen in der Personengruppe liegt bei 60 Prozent. Zum Vergleich: Bei der restlichen Bevölkerung gleichen Alters sind es 42 Prozent. Die Studie zeigt auch: Unternehmen, die bei ihren Beschäftigten Wert auf Toleranz und Vielfalt legen, sind besonders attraktiv für Menschen mit nicht-heterosexueller Ori­en­tie­rung.

Ein gelungenes Diversitätsmanagement und gesundes Führen spielen in der Arbeitswelt eine immer größere Rolle. Wie Arbeitgeber dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, erfahren Sie hier.

Ohne digitale Arbeit sind Beschäftigte zufriedener und gesünder

Jeder achte Beschäftigte fühlt sich von digitaler Arbeit stark oder sehr stark belastet. Das ergab die Studie „Gesund digital arbeiten?!“ des Fraunhofer-Instituts für Angewandte In­for­ma­ti­ons­tech­nik (FIT) unter mehr als 5.000 Erwerbstätigen. So tragen zum Beispiel eine Vielzahl dienst­li­cher E-Mails oder Nachrichten auf unternehmensinternen Plattformen und in Chat-Programmen zu einem Gefühl der Informationsüberflutung bei. Zudem befürchten viele Beschäftigte, dass ihre Leistung mit digitalen Technologien durchgehend überwacht wird. Warum es sich lohnt, hier ge­gen­zu­steu­ern, zeigt das FIT in seiner aktuellen Publikation „Be­las­tungs­fak­to­ren der digitalen Ar­beit“. Denn je niedriger die digitalen Belastungen, desto besser ist der Gesundheitszustand der Belegschaft. Beschäftigte sind dann seltener erschöpft und können sich besser erholen. Auch die Arbeitszufriedenheit und Arbeitsfähigkeit sind höher, wenn Beschäftigte wenig digitalen Stress empfinden.

Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter hier unterstützen. Beispielsweise lässt sich das E-Mail-Pro­gramm so anpassen, dass Beschäftigte selbst einstellen, wie häufig sie über eingehende Nach­rich­ten informiert werden wollen. Klare Erreichbarkeitsregeln sorgen dafür, dass Mitarbeiter nach der Arbeit besser abschalten können. Auch ist es sinnvoll, dem Team ausreichend Zeit zu geben, sich mit einem neuen Softwaretool auseinanderzusetzen, und gegebenenfalls Schulungen anzubieten.

Erfahren Sie hier, welche Methoden dabei helfen, die Informationsflut zu beschränken, den di­gi­ta­len Stress zu mindern und Aufgaben sinnvoll zu planen.

Sie wollen Ihren Beschäftigten grundsätzlich helfen, ihre Ressourcen zu stärken, Stress zu re­du­zie­ren und einen Ausgleich zu finden? Dann ist die „Energietankstelle“ mit Angeboten zum Durch­at­men und Energietanken vielleicht genau das Richtige. Mehr Infos dazu beim Institut für Be­trieb­li­che Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg oder zunächst im AOK-Fachportal.

Stand

Erstellt am: 14.10.2020

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