Gesund ausbilden in Krisenzeiten

Der Ausbildungsstart 2020 steht in vielen Betrieben unter neuen Vorzeichen. Bevor es an die Ausbildungsinhalte geht, lernen die Azubis die Rah­men­be­din­gun­gen mit Hygiene- und Abstandsregeln kennen. Das Thema Gesundheit sollte sich in den Ausbildungsbetrieben allerdings nicht nur auf die Covid-19-Pan­demie beschränken, sondern von Beginn an im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung mitgedacht werden.

Azubis schätzen BGF-Maß­nahmen als wertvoll ein

Hygiene- und Abstandsregeln sind in diesen Zeiten Pflicht. Zum attraktiven Ausbildungsbetrieb werden Arbeitgeber aber vor allem mit vielseitigen betrieblichen Gesundheitsangeboten: Ge­sun­des Essen in der Kantine, Entspannungsangebote und Bewegungseinheiten sind unter jungen Menschen, die gerade ins Berufsleben starten, besonders gefragt. 81,5 Prozent der bei der AOK versicherten Auszubildenden zeigen sich offen für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), be­legt eine repräsentative Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Jahr 2019, an der 1.420 Azubis aus 359 kleinen und mittleren Unternehmen teilnahmen.

Das Interesse an Gesundheitsangeboten am Arbeitsplatz überrascht nicht: Auch wenn die meisten befragten Azubis ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut beschreiben, haben 58,8 Pro­zent bereits arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden. Sie fühlen sich zum Beispiel verspannt, haben Kopf- oder Rückenschmerzen, sind müde oder erschöpft. Dazu kommen nun zusätzliche Belastungen durch die Covid-19-Pandemie. Sie sorgt in der gesamten Bevölkerung unter anderem für Stress, Schlafprobleme und Reizbarkeit, wie eine aktuelle Umfrage der Me­di­zi­nischen Hochschule Hannover belegt. Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass Ar­beit­ge­ber wirksame Angebote schaffen, um die Gesundheit ihrer Auszubildenden zu erhalten und zu stär­ken.

Das können Arbeitgeber für die Gesundheit ihrer Azubis tun

  • Angebote zur Stressbewältigung: Mit der Ausbildung beginnt für die Nachwuchskräfte ein ganz neuer Lebensabschnitt, der sich von ihrem bisherigen Schulalltag allein schon durch die Arbeitszeiten stark unterscheidet. Die Anforderungen der üblichen Lernorte Berufsschule und Arbeitsumgebung sind für Auszubildende eine Doppelbelastung. Erschwerend kommt die ak­tu­el­le Corona-Krise hinzu, die gesundheitliche und finanzielle Sorgen vieler Menschen verstärkt und auch für etliche duale Berufsausbildungen die Erfolgsaussichten eintrübt. In Workshops, die angesichts der Corona-Pandemie online durchgeführt werden können, und E-Learning-Pro­gram­men lernen Azubis, Stressfaktoren im Arbeitsalltag zu identifizieren und mit ihnen um­zu­ge­hen. Online-Kurse, die Entspannungstechniken vermitteln, sind unter Azubis laut WIdO-Re­port ebenfalls gefragt. Sie wirken auch Kopfschmerzen und Verspannungen entgegen, die häu­fig mit Stress einhergehen und von denen mehr als ein Viertel der Auszubildenden immer oder häufig betroffen ist.
  • Wertschätzende Kommunikation: Ein Viertel der befragten Azubis wünscht sich Angebote, die eine gute Zusammenarbeit im Team fördern. In der Corona-Krise sind ein vertrauensvolles Mit­einan­der und klare Absprachen noch einmal wichtiger geworden. Deshalb sind regelmäßige, zum Beispiel wöchentliche feste Besprechungen ein guter Weg, sich im Team auf den neuesten Stand zu bringen. Kommunizieren Sie Informationen – etwa über neue Entwicklungen in der Covid-19-Pandemie – am besten schnell und transparent. Bieten Sie Ihren Azubis zudem Feed­back-Gespräche an, in denen Sie ihr Wohlbefinden abfragen. Das trägt auch zu einem engeren Verhältnis zueinander bei. Dass die schlechte Beziehung zu ihren Vorgesetzten sie belastet, ga­ben immerhin 40 Prozent der Auszubildenden in der WIdO-Befragung an.
  • Regelmäßige Bewegung: Motivieren Sie Ihre Azubis, sich in den Pausen zu bewegen. Schlagen Sie zum Beispiel vor, mittags nach einem gemeinsamen Essen einen Spaziergang zu machen. Oder geben Sie Impulse für kurze Bewegungspausen während des Arbeitstags, indem Sie Pos­ter mit einfachen Gymnastiktipps aufhängen. Anregungen der AOK finden Sie hier. Auch di­gi­ta­le Trainer, wie sie das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rhein­land/​Ham­burg mit dem „froach“ anbietet, der zu Bewegungs- und Entspannungsübungen in re­gel­mä­ßi­gen Minipausen anleitet, sind sehr beliebt. Laut WIdO-Report würden mehr als 45 Pro­zent der Befragten bewegungsfördernde Angebote nutzen. Auch Kurse, die dabei helfen, Ge­wicht zu verlieren, rangieren unter den Wünschen der Nachwuchskräfte weit oben.
  • Gesunder Rücken: Mehr als 20 Prozent der befragten Azubis leiden immer oder häufig an Rückenschmerzen. Von ihnen geben mehr als drei Viertel an, dass diese Beschwerden durch ihren Job entstehen. Ein arbeitsplatzbezogenes Rückentraining wie das AOK-Online-Programm „RÜCKENaktiv im Job“ bietet wirksame Übungen. Zusätzlich unterstützen Sie Ihre Azubis mit fachlicher Beratung, wie sie ihre Aufgaben besonders rückenschonend erledigen. Mehr In­for­ma­ti­o­nen dazu finden Sie hier auf dem AOK-Fachportal für Arbeitgeber.
  • Bewusste Ernährung: Fast zwei Drittel der Azubis konsumieren mehrmals pro Woche Süßig­kei­ten, auch stark zuckerhaltige Softdrinks sind beliebt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Azubis über eine gesunde und ausgewogene Ernährung informieren und ihr Bewusstsein für gesunde Ernährung zum Beispiel in Kochkursen schulen. Besonders gefragt ist laut WIdO-Report ein vollwertiges Kantinenangebot. Aber auch das Bereitstellen von Obstkörben im Pau­sen­raum kann Anreize für eine gesündere Ernährung schaffen. Vor allem männliche Azubis haben hier Nachholbedarf: Nur knapp die Hälfte greift täglich bei Obst oder Gemüse zu.

So unterstützt die AOK

Haben Sie Interesse an gezielten Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung speziell für Ihre Auszubildenden? Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rhein­land/​Ham­burg bietet maßgeschneiderte Lösungen für jedes Unternehmen. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie stehen auch zahlreiche digitale Angebote zur Verfügung – von der Blitz­um­fra­ge über Apps, den digitalen Gesundheitstag oder die Ergonomieberatung bis zur individuellen Kurzberatung am Te­le­fon. Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an die Ansprechpartner am Institut für Be­trieb­li­che Gesundheitsförderung.

In der vigo-Fachbroschüre „Erfolgreich ausbilden“ finden Ausbildungsbetriebe nicht nur die wich­tigs­ten sozialversicherungs‑ und arbeitsrechtlichen Grundlagen, sondern auch interessante In­for­ma­ti­o­nen zu den Themenfeldern „Motivation“, „Konfliktmanagement“ und „Betriebliche Ge­sund­heits­för­de­rung“. Neben Tipps für die Praxis bietet die Fachbroschüre auch nützliche Ar­beits­hil­fen.

Hier kostenfrei downloaden oder als Printversion bestellen.

Stand

Erstellt am: 12.08.2020

gesundes unternehmen – der Arbeitgeber-Newsletter der AOK Rheinland/HamburgAOK/Region ändern
Laptop und Smartphone zeigen eine Ausgabe des Newsletters

Dieser Beitrag stammt aus dem Arbeitgeber-Newsletter der AOK. Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie einmal im Monat kostenfrei Informationen aus den Themenbereichen Sozialversicherung und Gesundheit im Betrieb sowie zu den Angeboten und Leistungen der Gesundheitskasse speziell für Arbeitgeber.

Kontakt zur AOK Rheinland/Hamburg AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik Firmenkundenservice
Besuchen Sie uns oder vereinbaren Sie einen Termin in Ihrem Unter­nehmen.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.